Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Nach dem schneearmen Winter zieht der WWF eine kritische Bilanz zum Zustand der heimischen Wälder und warnt vor einem schwierigen Waldjahr 2026: Aufgrund überdurchschnittlich hoher Temperaturen und geringer Niederschläge sind die Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, die Wasserspeicher weitgehend erschöpft. Die Naturschutzorganisation sieht daher akuten Handlungsbedarf. „Die Zukunft unserer Wälder hängt davon ab, wie gut sie Wasser speichern können. Mehr Naturwälder, eine höhere Artenvielfalt und aktives Wassermanagement machen sie widerstandsfähiger. Zugleich stärken wir damit ihre Rolle als Kohlenstoffspeicher“, sagt WWF-Expertin Karin Enzenhofer. Der WWF fordert daher vom Umweltminister eine ambitionierte Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes sowie eine gezielte Förderung von Maßnahmen, die Wasser im Wald halten. „Waldbewirtschaftung und Wassermanagement müssen angesichts der Klimakrise stärker gemeinsam gedacht werden“, sagt Enzenhofer.
Auf Basis der aktuell sichtbaren Trends erwartet der WWF eine Zunahme von Trockenstress mit weitreichenden Folgen. Sind Wälder nicht ausreichend mit Wasser versorgt, verlieren sie einen Teil ihrer Speicherfunktion. Gleichzeitig erhöhen hohe Maximaltemperaturen und verstärkte Verdunstung den Stress für die Bäume. Das schwächt ihre Abwehrmechanismen wie die Harzproduktion und macht sie anfälliger für Krankheiten oder Insekten wie den Borkenkäfer, dessen Ausbreitung durch warme und trockene Bedingungen gefördert wird. „Ein intakter Wald ist ein zentraler natürlicher Wasserspeicher: Er hält Niederschläge zurück, fördert die Grundwasserneubildung und sichert langfristig unsere Wasserversorgung. Die zunehmende Trockenheit über das gesamte Jahr setzt dieses System jedoch massiv unter Druck“, sagt Karin Enzenhofer vom WWF.
WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung
Der Wasserrückhalt im Wald ist eine zentrale naturbasierte Lösung zur Anpassung an die Klimakrise. Der WWF empfiehlt Maßnahmen wie die Förderung strukturreicher Mischwälder, eine bodenschonende Bewirtschaftung, den Rückbau von Entwässerungsgräben sowie das Wiederherstellen kleiner Feuchtflächen. Zudem fordert die Naturschutzorganisation den besseren Schutz und die Renaturierung von Moor- und Torfgebieten. Diese wirken als natürliche Wasserspeicher und binden große Mengen Kohlenstoff.
„Wird Wasserrückhalt konsequent mit Naturschutz verbunden, bleiben Wälder nicht nur produktiv, sondern werden auch widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden, Starkregen und steigenden Temperaturen”, sagt WWF-Expertin Karin Enzenhofer.
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