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Wolf in Salzburg: WWF und Naturschutzbund begrüßen Aufhebung des Abschussbescheids
Landesverwaltungsgericht bestätigt strengen Schutzstatus der Wölfe und gibt Beschwerde gegen Abschussbescheid statt – WWF und Naturschutzbund fordern Herdenschutz-Offensive der Politik
Salzburg, 14.12.2020 – Die Beschwerde der Naturschutzorganisationen WWF Österreich und Naturschutzbund Österreich gegen den Bescheid zum Abschuss eines Wolfs in Salzburg war erfolgreich. Das Landesverwaltungsgericht hat den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft St. Johann aufgehoben. „Der Abschussbescheid hatte nicht nur verfahrensrechtliche, sondern auch inhaltliche Mängel. Damit bestätigt das Landesverwaltungsgericht den hohen europaweiten Schutzstatus der Wölfe“, sagen WWF-Wolfsexperte Christian Pichler und Lucas Ende vom Naturschutzbund. Die beiden Fachleute fordern eine Herdenschutz-Offensive der Salzburger Landesregierung, um auf die nächste Almsaison rechtzeitig vorbereitet zu sein: „Die Entscheidung des Gerichts ist ein Weckruf für die Politik. Fachgerechter Herdenschutz ist und bleibt alternativlos. Österreichs Nachbarländer wie die Schweiz zeigen seit Jahren, wie ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben gelingen kann. Daher muss auch Salzburg nachziehen, anstatt wirkungslose Abschussdebatten zu führen.“
Bevor ein Wolfsabschuss zulässig ist, schreibt europäisches Recht den Einsatz gelinderer Mittel wie Herdenschutzmaßnahmen vor. Der ursprüngliche Abschussbescheid blieb jedoch den Nachweis schuldig, warum Herdenschutz keine Alternative sei und behauptete nur, dass dies wirtschaftlich unmöglich sei. „Die Europäische Union hat den Weg für eine 100-prozentige Förderung von Schutzmaßnahmen längst freigemacht. Dass das Land Salzburg von dieser Möglichkeit kaum Gebrauch macht und Herdenschutz in der betroffenen Region bisher unversucht blieb, rechtfertigt keine Ausnahme vom strengen Schutz der Wölfe“, betont Christian Pichler. Lucas Ende ergänzt: „Wölfe können nicht zwischen erlaubter Beute wie Wildtieren und verbotener Beute wie Nutztieren unterscheiden, solange sie nicht durch Zäune oder Hunde abgeschreckt werden. Keines der gerissenen Tiere im Großarltal war entsprechend der Mindestanforderungen geschützt. Ein Abschuss ist somit nicht gerechtfertigt gewesen und würde auch künftig keine Sicherheit für Weidetiere bringen.“
WWF und Naturschutzbund fordern das Vorantreiben von Herdenschutzmaßnahmen: „Damit wäre der Almwirtschaft am meisten geholfen. Auch wenn der betreffende Wolf längst weitergezogen ist, bleiben ungeschützte Nutztiere eine leichte Beute für den nächsten. Der Einsatz von Elektrozäunen, Herdenschutzhunden sowie Hirtinnen und Hirten muss viel stärker unterstützt werden, will man die betroffene Landwirtschaft nicht weiter im Regen stehen lassen“, appellieren Lucas Ende und Christian Pichler.
Wölfe sind wichtig für Ökosysteme
Wölfe bereichern nicht nur die Artenvielfalt, sondern haben auch einen großen Mehrwert für Ökosysteme. Als „Gesundheitspolizei des Waldes“ halten sie den Wildbestand in guter Kondition. Denn Wölfe erbeuten vor allem kranke oder schwache Tiere und können damit die Ausbreitung von Krankheiten eindämmen oder sogar verhindern. Außerdem hinterlassen sie wichtige Nahrungsreste für andere Schlüsselarten wie Adler. Fehlen diese Interaktionen, wirkt sich das negativ auf die Zusammenhänge in der Natur und damit auch auf den Menschen aus.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276
Mag.a Dagmar Breschar
Pressesprecherin Naturschutzbund Österreich
dagmar.breschar@naturschutzbund.at
+43 662 64 29 09 19
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