Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF appelliert: Dem Wolf in Österreich eine Chance geben
Nur sinnvolle Schutzmaßnahmen schaffen Akzeptanz für Isegrims Rückkehr
Der WWF will drohenden Konflikten zwischen Nutztierhaltern wie Schaf- oder Ziegenbauern und dem Wolf Vorschub leisten. Nur wenn Kompromisse im Zusammenleben mit dem Menschen gefunden und alte Vorurteile über Bord geworfen werden, wird der streng geschützte Wolf als Bestandteil der heimischen Tierwelt akzeptiert werden. Doch dafür fehlt in Österreich weitgehend die Basis. “Wir raten den Naturschutz- und Agrarbehörden dringend zu mehr Tempo bei der Vorbereitung auf den Wolf”, appelliert Projektleiter Christian Pichler vom WWF. 2010 gab es sechs bis sieben Hinweise in den Bundesländern Tirol, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und der Steiermark. Heuer waren es drei Männchen in Kärnten und der Steiermark. Grafik zu Wölfen in Österreich: Karte zur Wolfverbreitung
“Eigentlich machen es uns die Wölfe leicht, uns rechtzeitig auf ihre Heimkehr vorzubereiten, weil diese im Moment viel zaghafter als angenommen verläuft”, erklärt Pichler vom WWF. Obwohl die natürliche Einwanderung des Meister Isegrim nach Österreich aus drei verschiedenen Richtungen erfolgt – nämlich aus der Schweiz und Italien, den Karpaten und dem slowenisch-kroatischen Raum – wurde heuer erst ein Wolfsvorkommen im niederösterreichischen Schneeberggebiet bestätigt. “Diese Chance sollte man doch nutzen, um sich auf zu erwartende Konflikte vorzubereiten“, schlägt Pichler vor. Selbstverständlich ist dem WWF klar, dass die – aus Naturschutzsicht erfreuliche – Rückkehr des Wolfes auch Konfliktpotential birgt, weil Wölfe neben Wildtieren auch ungeschützte Nutztiere wie Schafe reißen können.

Österreich ist unzureichend vorbereitet
In manchen Bundesländern wie Vorarlberg und dem Burgenland gibt es keine Regelungen zur Abgeltung von Schäden an Nutztieren. In anderen Bundesländern ist das System der Schadensabgeltung etabliert, aber noch nicht praxistauglich. So warteten etwa Landwirte in Tirol mitunter viele Monate auf die ihnen zustehenden Entschädigungen.“Die Politik und Behörden dürfen die Schaf- und Ziegenhalter nicht im Stich lassen”, fordert Pichler. “Die Schafe sind jetzt auf den Almen. Daher müssen – wo notwendig – jetzt rasch entsprechende vorbeugende Maßnahmen für den Herdenschutz gesetzt und die Entschädigungspraxis verbessert werden!”
Managementplan soll Miteinander von Mensch und Wolf regeln
Bis zum Herbst 2011 soll – unter der Mitarbeit des WWF und zahlreicher Interessensgruppen – ein Managementplan für den geregelten Umgang mit dem Wolf fertig gestellt sein. Dieser ist grundsätzlich zu befürworten, denn der vorliegende Entwurf enthält bereits viele wichtige Maßnahmen. Einiges – wie etwa die Schadensabgeltung – müsste jedoch sofort in Angriff genommen werden.

Aufklärung und Information tragen zur Akzeptanz bei
Erfahrungen aus Deutschland, der Schweiz und Italien zeigen, dass drohende Konflikte vermieden werden können, wenn man rechtzeitig durch Herdenschutzhunde, spezielle Zäune oder durch Behirtung vorbeugt, die betroffene Bevölkerung entsprechend informiert und ihr Lösungen anbietet. Weil sich Wölfe bei ihren Wanderungen über weite Strecken ausbreiten und sich Wolfspopulationen bei einer Reviergröße von etwa 300 Quadratkilometern oft über mehrere Länder erstrecken, ist eine grenzübergreifende Zusammenarbeit im Wolfsmangement wichtig.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christian Pichler, WWF-Projektleiter Wolf, Tel.01/488 17-279, E-Mail: christian.pichler@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima










