Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
WWF begrüßt Fangverbot für gefährdete Donaustöre
Sofia, Wien, 27. Jänner 2012 – Bulgarische Behörden gaben dieser Tage ein vierjähriges Verbot für den Fang von Stören in der Donau und dem Schwarzen Meer bekannt. Auch der Handel mit dem Kaviar dieser wildlebenden Störe ist nun für vier Jahre untersagt. Damit schließt sich Bulgarien den Schutzbemühungen seines Nachbarlandes Rumänien an, das bereits 2006 die Störfischerei für zehn Jahre untersagt hatte.
„Das ist ein großer Erfolg für den Schutz dieser einzigartigen Fische", freut sich Jutta Jahrl, Störexpertin des WWF Österreich. "Nur wenn das Fangverbot auf beiden Seiten des Flusses gilt, haben die Donaustöre eine Überlebensschance." Bulgarien und Rumänien beheimaten als einzige Länder in der Europäischen Union noch lebensfähige Bestände wildlebender Störe.
Mit dem formellen Schutz der Störe ist es jedoch noch nicht getan. Dieser muss auch entsprechend kontrolliert und vollzogen werden. Bulgarien und Rumänien sind daher dazu aufgerufen, illegalen Störfang und Kaviarhandel zu unterbinden und konkrete Maßnahmen für die Rettung der Störe zu unterstützen, fordert der WWF.
„Die Überfischung der Störe für den illegalen Handel mit dem hochpreisigen Kaviar, der in Bulgarien und Rumänien immer noch stattfindet, ist die größte Bedrohung für das Überleben der raren Fische“, so Jahrl. Auch Eingriffe in den Lebensraum, unter anderem für Wasserkraftwerke, sind eklatante Gefährdungsursachen. Staudämme wie jene am Eisernen Tor zwischen Serbien und Rumänien stellen unüberwindliche Barrieren dar und schneiden die Laichwanderungen der Störe völlig ab. Bereits fünf von sechs Arten in der Donau sind vom Aussterben bedroht.
Kaviar zählt zu den teuersten Produkten die von Tieren gewonnen werden. Der kostbarste Kaviar aller Donaustöre stammt vom Beluga oder Hausen, der früher sogar in Wien gefangen wurde. Bis zu 6.000 Euro pro Kilogramm werden dafür bezahlt.
Der WWF Bulgarien hat nun ein großangelegtes Projekt gestartet, in dem unter anderem Lebensräume der Donaustöre gezielt geschützt und nachgezüchtete Störe ausgewildert werden. „Umso mehr begrüßen wir den Schulterschluss Bulgariens mit Rumänien“, lobt Vesselina Kavrakova, Leiterin des WWF Bulgarien, den aktuellen Beschluss.
In Wien fand in der Vorwoche ein Treffen von Störexperten und Behördenvertretern statt, die einen Aktionsplan zum Schutz der Donaustöre umsetzen wollen. Dieser Aktionsplan wurde 2005 unter Koordination des WWF Österreich erstellt. Die "Sturgeon Task Force" soll sich nun in regelmäßigen Abständen treffen und Schutzmaßnahmen vorantreiben.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten













