Juli-Abflüsse an 90 Prozent der Pegel-Messstellen sehr niedrig – Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich besonders betroffen – WWF fordert mehr Gewässerschutz und Renaturierung
WWF-Bericht: 20 Jahre Seeadlerschutz in Österreich – eine Erfolgsgeschichte
Im Jahr 2000 galten Seeadler in Österreich noch als ausgestorben. Bis man vor 20 Jahren erstmals Jungvögel in den March-Auen nachweisen konnte. Heute gibt es laut neuem WWF-Bericht wieder 44 Brutpaare von Österreichs Wappentier und damit eine stetig wachsende, stabile Population. „Die Rückkehr der Seeadler ist eine absolute Erfolgsgeschichte im heimischen Naturschutz. Durch länderübergreifende Maßnahmen und viel Engagement findet eine ehemals ausgerottete Art wieder eine Heimat in Österreich“, sagt Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Die Naturschutzorganisation trug mit ihrem Schutz- und Forschungsprogramm maßgeblich zum Comeback der majestätischen Greifvögel bei. Vor allem Niederösterreich, das Burgenland, die Steiermark und Oberösterreich bieten den Seeadlern heute wieder wertvollen Lebensraum.
Beeindruckende Bilanz – wichtigste Brutgebiete
312 Bruten und 351 Jungvögel dokumentiert der WWF hierzulande in den letzten 20 Jahren. 32 Tiere erhielten federleichte Telemetrie-Sender, um Daten über Flug- oder Paarungsverhalten gewinnen und sie besser schützen zu können. 16 Länder bereisten Österreichs Weitstreckenflieger bisher – von Kroatien und Weißrussland über Dänemark und Rumänien bis Bosnien und Lettland. Ganze 1.137 km Luftlinie legte Seeadler Orania auf der Reise von seinem Horst in den Donau-Auen bis nach Lettland zurück. Nordische Seeadler schlagen ihr Winterquartier wiederum in Österreich auf – rekordverdächtige 2.230 km entfernt von seinem Brutgebiet an der russischen Weißmeerküste wurde ein Exemplar im Weinviertel nachgewiesen.
Zu den wichtigsten Brutgebieten zählen das Waldviertel, der Nationalpark Donau-Auen, die Tullnerfelder Donau-Auen, die March-Thaya-Auen sowie das Nordburgenland – darunter viele Natura2000-Gebiete. „Intakte und ruhige Naturlandschaften bieten die besten Voraussetzung für scheue Seeadler. Dort finden sie Fische und Wasservögel für den Nahrungserwerb. Die mächtigen Horstbäume in abgeschiedenen Waldbereichen sind optimal für die Brut. Von dort erobern die Jungvögel weite Teile Europas, bevor sie oft zur eigenen Brut in die Heimat zurückkehren“, erklärt Christian Pichler, Projektleiter des WWF-Schutzprogramms.
Illegale Verfolgung ist größte Bedrohung
Trotz der sich gut entwickelnden Population ist das Überleben der Seeadler in Österreich noch nicht dauerhaft gesichert. Verbotene Abschüsse und Vergiftungen stellen laut WWF die größte Bedrohung für den Bestand dar. Kollisionen mit Fahrzeugen, Stromleitungen und Windkraftanlagen sind ebenfalls ein Problem. „An der konsequenten Weiterführung der Schutzmaßnahmen in Österreich und unseren Nachbarstaaten führt kein Weg vorbei, wollen wir dieses Kapitel Naturschutzgeschichte langfristig erfolgreich schreiben“, sagt Pichler.
Dominic Thiem gratuliert zum Comeback
Tennisprofi Dominic Thiem, langjähriger Unterstützer des WWF-Seeadlerprojekts, gratuliert den Greifvögeln zu ihrem Comeback in Österreich: „Es inspiriert mich sehr, wie sich die einst ausgerotteten Adler ihren angestammten Platz in unserer Natur zurückerkämpfen. Einsatz, Leidenschaft und Beharrlichkeit zahlen sich aus. Das sollte uns Zuversicht geben“, sagt der Sportler, der schon bei der Besenderung von Jungvögeln mithalf und derzeit an der eigenen Rückkehr auf die internationale Tennisbühne arbeitet.
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