Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen

Der tägliche Bodenverbrauch in Österreich ist 2025 auf durchschnittlich 7,7 Hektar gestiegen. Das entspricht einem Plus von einem Hektar im Vergleich zu 2024, wie aus aktuellen Berechnungen der Naturschutzorganisation WWF hervorgeht. Insgesamt wurden rund 28 Quadratkilometer Fläche verbraucht, etwa 60 Prozent davon sind versiegelt. Damit liegt der Bodenverbrauch weiterhin deutlich über dem politischen Ziel von 2,5 Hektar pro Tag, das rechnerisch bereits am 29. April überschritten wurde.
„Österreich entfernt sich damit weiter von seinem Nachhaltigkeitsziel, das Boden-Budget ist bereits früh im Jahr erschöpft. Deshalb braucht es konkrete Maßnahmen gegen die fortschreitende Verbauung“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Der WWF fordert von Bund und Ländern einen verbindlichen Zielpfad zur Senkung des Bodenverbrauchs sowie Reformen in der Raumordnung, im Steuersystem und im Naturschutz.
Hauptverantwortlich für den Bodenverbrauch waren im Jahr 2025 laut WWF die Siedlungsflächen mit durchschnittlich 4,3 Hektar pro Tag, gefolgt von Betriebsflächen (2,6 Hektar pro Tag) sowie Verkehrsflächen (0,9 Hektar pro Tag), davon zum überwiegenden Teil Straßen. „Viel zu oft werden neue Gebäude in Österreich auf der grünen Wiese errichtet, wodurch sich die Zersiedelung mit ihren Straßen, Gewerbegebieten und Logistikzentren weiter in unsere Landschaften frisst”, kritisiert Pories.
Durch Bodenverbrauch und –versiegelung verliert der Boden wichtige Funktionen, die in Zeiten zunehmender Klimafolgen besonders relevant sind. Das Risiko für lokale Überschwemmungen steigt, die Grundwasservorräte füllen sich weniger auf und im Sommer bilden sich verstärkt Hitzeinseln, warnt der WWF.
Hintergrund zur Berechnung der Zahlen
Die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) hat im Dezember 2025 neue Berechnungsmethoden vorgelegt, die aber künftig nur alle drei Jahre Ergebnisse liefern soll. Um auch jährliche Trends zu erkennen, hat der WWF die aktuellen Zahlen anhand der bisher gängigen Methode des Umweltbundesamtes berechnet, deren Grundlage Daten des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (BEV) bilden.
Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als den Verlust biologisch produktiver Böden durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen. Als versiegelt gelten jene Flächen, die mit einer wasser- und luftundurchlässigen Schicht (meist Beton oder Asphalt) überzogen sind.
Bilder zur redaktionellen Verwendung zum Thema Bodenversiegelung sowie von WWF-Sprecher Simon Pories sind hier abrufbar.
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