WWF: Erfolgreiche Seeadler-Brutsaison – 33 Jungvögel fliegen aus

7. August 2020 | Arten, Presse-Aussendung

Population des einst ausgestorbenen Wappentiers wächst kontinuierlich – Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich sind wichtigste Brutgebiete – Besenderung von acht Jungvögeln

Wien, 7.8.2020 – Vor 20 Jahren galt Österreichs Wappenvogel hierzulande als ausgestorben. Dank intensiver Schutzbemühungen zeigt die Bestandskurve der Seeadler mittlerweile kontinuierlich nach oben. 40 Paare sind heute wieder heimisch. Von einer erfolgreichen Brutsaison berichtet nun die Naturschutzorganisation WWF Österreich. Heuer brüteten 35 Adlerpaare und brachten insgesamt 33 Jungvögel zum Ausfliegen. „Der Fortpflanzungserfolg bestätigt den […]
(c) Justine Pickett_papiliophotos.com

Wien, 7.8.2020 – Vor 20 Jahren galt Österreichs Wappenvogel hierzulande als ausgestorben. Dank intensiver Schutzbemühungen zeigt die Bestandskurve der Seeadler mittlerweile kontinuierlich nach oben. 40 Paare sind heute wieder heimisch. Von einer erfolgreichen Brutsaison berichtet nun die Naturschutzorganisation WWF Österreich. Heuer brüteten 35 Adlerpaare und brachten insgesamt 33 Jungvögel zum Ausfliegen. „Der Fortpflanzungserfolg bestätigt den Aufwind für die heimische Seeadler-Population. Die Rückkehr der ehemals ausgerotteten Art ist ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen. Nur wenn der Mensch natürliche Lebensräume erhält, wiederherstellt und Tiere konsequent vor Verfolgung schützt, sind solche Erfolgsgeschichten möglich“, zeigt sich WWF-Greifvogelexperte Christian Pichler erfreut.

Zu den wichtigsten Brutgebieten zählen Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Auch Oberösterreich beheimatet wieder Elternpaare. Besonders wohl fühlen sich die Greifvögel in gewässerreichen Tieflandregionen. „Intakte und ruhige Naturlandschaften bieten die besten Voraussetzungen für den scheuen Seeadler. Dort findet er Fische und Wasservögel für den Nahrungserwerb sowie mächtige Horstbäume in abgeschiedenen Waldbereichen für die Brut“, erklärt Pichler. Die ausgeflogenen Jungvögel haben die Horstumgebung großteils bereits verlassen. Fortan werden sie Österreich und die umliegenden Länder erkunden. Im Alter von vier bis fünf Jahren kehren sie meist wieder in die Nähe des elterlichen Horstes zurück, um selbst zu brüten.

Besenderung von acht Jungadlern – Dominic Thiem begeistert

Auf ihren Streifzügen sind Seeadler zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Um Bedrohungsfaktoren identifizieren und länderübergreifende Schutzmaßnahmen verbessern zu können, besendert der WWF alljährlich Jungadler. In Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Donau-Auen und der Esterházy Betriebe GmbH wurden heuer acht Tiere mit federleichten Telemetrie-Rucksäcken ausgestattet. Diese liefern wertvolle Daten über Streifgebiete, Paarungsverhalten, Rast- und Überwinterungsplätze. „Je mehr wir über die Lebensräume der Adler und ihr Verhalten wissen, desto besser können wir sie vor Gefahren schützen“, sagt Pichler.

Auch Tennisprofi Dominic Thiem half bei der Besenderung von zwei Jungtieren und berichtet von einem eindrucksvollen Erlebnis: „Es war eine unglaublich berührende Erfahrung, den ausfliegenden Adlern Starthilfe für ihre Reise durch Europa zu geben. Die Besenderung ist ein wichtiger Teil des WWF-Schutzprojekts, das ich mit voller Überzeugung unterstütze. Denn das Überleben der Seeadler in Österreich ist trotz der steigenden Population noch nicht dauerhaft gesichert.“

So stellen illegale Abschüsse und Vergiftungen laut WWF eine laufende Gefahr und die größte Bedrohung für den Bestand dar. Erst kürzlich wurde ein Waldviertler Jäger verurteilt, da er neben anderen Wildtieren auch einen Seeadler vergiftet haben soll. Zudem werden Kollisionen mit Windkraftanlagen vermehrt zum Problem. „An der konsequenten Weiterführung der Schutzmaßnahmen in Österreich und unseren Nachbarstaaten führt kein Weg vorbei, wenn wir ein Kapitel Naturschutzgeschichte erfolgreich schreiben wollen“, sagt WWF-Experte Pichler.

Brutgebiete, Brutpaare und Jungadler im Jahr 2020:

Waldviertel: 12 Brutpaare – 9 Jungvögel
Nationalpark Donau-Auen: 5 Brutpaare – 6 Jungvögel
Donau westlich von Wien (NÖ und OÖ): 5 Brutpaare – 4 Jungvögel
March-Thaya-Auen: 5 Brutpaare – 5 Jungvögel
Weinviertel: 3 Brutpaare – 2 Jungvögel
Nordburgenland: 3 Brutpaare – 3 Jungvögel
Oststeiermark und Südburgenland: 2 Brutpaare – 4 Jungvögel

Rückfragehinweis:


Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276

Rückfragen

News

Aktuelle Beiträge

ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT – Umweltfonds jetzt auch in Deutschland verfügbar

ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT – Umweltfonds jetzt auch in Deutschland verfügbar

Mit dem ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT ermöglicht die Erste Asset Management nun auch Anleger:innen in Deutschland, in globale Unternehmen zu investieren, deren Produkte und Dienstleistungen bestimmten Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Vor allem die Themenfelder Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Recycling und Abfallwirtschaft, Wasseraufbereitung und –versorgung sowie nachhaltige Mobilität werden in der Strategie des Fonds berücksichtigt. In Österreich gehen der WWF und die Erste AM bereits seit 17 Jahren einen gemeinsamen Weg. Seit 2006 erreicht der Fonds eine überzeugende Performance und bietet interessante Wachstumschancen – sowohl in finanzieller als auch in ökologischer Hinsicht. Anleger:innen sollten dabei aber stets die Risiken beachten, die Investments in Wertpapiere beinhalten.

mehr lesen