Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF fordert Neuausrichtung der Tiwag
Anlässlich des Sonderlandtages zur Tiwag fordert die Naturschutzorganisation WWF eine völlige Neuausrichtung des Landesenergieversorgers. „Die Tiwag muss sich grundlegend wandeln und zu einem ökologischen, transparenten und sozial gerechten Energieversorger für Tirol werden”, fordert Bettina Urbanek vom WWF im Vorfeld des Sonderlandtages am Dienstag mit Blick auf die angekündigte Neubesetzung von zwei Tiwag-Vorständen. Insbesondere Landeshauptmann Anton Mattle sei gefordert, mit den neuen Tiwag-Vorständen auch eine naturverträgliche Energiestrategie der Tiwag zu beauftragen und die Notbremse bei den Plänen zum Mega-Ausbau des Kraftwerks Kaunertal zu ziehen. „Die Tiwag hat viel zu viel Geld in das völlig veraltete und fehlerhafte Kaunertal-Projekt gesteckt. Damit blockiert der Konzern eine umfassend naturverträgliche Energiewende”, sagt Urbanek.
Der WWF fordert vom Landesenergieversorger massive Investitionen in die Photovoltaik und die Energienetze, damit die Klimaziele bis 2030 naturverträglich erreicht werden können. „Allein mit der Überdachung von Tiroler Großparkplätzen wären 430 GWh Sonnenstrom pro Jahr möglich”, nennt Urbanek ein Beispiel. Hingegen würde das Kaunertal-Projekt eine inakzeptable Naturzerstörung bedeuten, weil der Ausbau nicht natur- und klimaverträglich realisiert werden kann. Auch nach 15 Jahren Planung fordern Gutachter:innen in 29 von 45 Fachbereichen zahlreiche Änderungen und weiterführende Untersuchungen.
Wertvolle hochalpine Moor- und Feuchtgebietsflächen in der Größe von neun Fußballfeldern würden für immer zerstört und dem Ötztal – bereits jetzt eines der trockensten Täler Tirols – in der Klimakrise jährlich mehr als 290 Millionen Kubikmeter Flusswasser entzogen, also rund der siebenfache Jahresbedarf Innsbrucks. Dadurch würden im Ötztal nicht nur die Wasserversorgung und Landwirtschaft ernsthaft gefährdet, sondern auch die Flora und Fauna der Ötztaler Ache massiv geschädigt und der Tourismus durch Wegfall der Kajak- und Raftingsportmöglichkeiten sowie Schädigung des gewohnten Talbildes existenziell beeinträchtigt.
Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal ist auch energiewirtschaftlich unnötig, trotz der gestiegenen Anforderungen in der Energiewende. Denn bereits heute gibt es im Wasserkraftsektor sehr hohe Kapazitäten bei Speicherkraftwerken mit einer Gesamtleistung von rund 4.800 Megawatt und Pumpspeicherkraftwerken mit rund 4.100 Megawatt, dazu sind weitere 1.100 Megawatt Leistung bereits in Planung oder in Genehmigungsverfahren.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava
Tiroler Lech ist Fluss des Jahres!
Sie haben mit Ihrer Stimme entschieden: Der Lech wurde zu Österreichs Fluss des Jahres 2026 gewählt. Auf Platz zwei folgt die Schwarze Sulm, auf Platz drei der Kamp.
WWF-Flusswahl: Lech ist Österreichs „Fluss des Jahres“ 2026
Tiroler Wildfluss gewinnt Online-Voting über neun Flüsse – Schwarze Sulm in der Steiermark auf Platz zwei, Kamp in Niederösterreich auf Platz drei – Naturschutzorganisation fordert dauerhaften Schutz und mehr Renaturierung










