Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF: Fünf Tipps für einen umweltschonenden Christbaum zu Weihnachten

Die meisten Österreicher:innen setzen zu Weihnachten auf einen echten Christbaum – insgesamt werden jedes Jahr weit über 2 Millionen Bäume verkauft. “Über 90 Prozent der in Österreich verkauften Christbäume stammen aus heimischer Produktion – das spart weite Transportwege und damit CO2-Emissionen”, erklärt Karin Enzenhofer, Wald-Expertin beim WWF Österreich. Wer einen möglichst nachhaltigen Christbaum sucht, muss allerdings mehr beachten, als nur dessen Herkunft. Der WWF gibt daher fünf konkrete Tipps, wie man zu einem möglichst naturverträglichen Christbaum kommt:
Tipp 1: Bio bevorzugen
“Wer einen umweltfreundlichen Christbaum haben möchte, kauft am besten in Bio-Qualität”, rät Karin Enzenhofer vom WWF. “Damit ist unter anderem garantiert, dass beim Anbau keinerlei chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel oder Kunstdünger eingesetzt wurden. Zudem wird der Boden weniger belastet.” Das Gras rund um die Bäume wird naturschonend gemäht oder durch Schafe beweidet. Auch aus gesundheitlicher Sicht sind Bio-Christbäume sinnvoller, da konventionelle Bäume im beheizten Wohnzimmer Pestizide und ähnliches wieder abgeben können.
Tipp 2: Auf den Wipfel achten
Biobäume decken derzeit nur rund 1 bis 2 Prozent des Bedarfs. Wenn kein Bio-Christbaum erhältlich ist, sollte man einen Christbaum aus der Region wählen, um die Transportwege und damit die CO2-Emissionen möglichst klein zu halten. Die Herkunft eines Baumes ist an der Papierschleife am Wipfel erkennbar, die die Farben des jeweiligen Bundeslandes repräsentiert. Absehen sollte man von einem nicht gekennzeichneten Christbaum aus dem Baumarkt. Oft werden diese Bäume aus Nord- und Osteuropa importiert und schon früh gefällt. Die notwendige Kühlung bis zum Verkauf und die langen Transportwege bedeuten einen hohen Energieaufwand.
Tipp 3: Exotische Baumarten stehen lassen
Rund 85 Prozent der Christbäume in Österreich sind Tannen, 14 Prozent Fichten. Besonders beliebt sind Nordmanntannen und Blaufichten. Beide Arten sind hierzulande nicht heimisch und damit auch nicht an die hiesige Flora und Fauna angepasst. Deshalb müssen bei ihrer Aufzucht größere Mengen an Pestiziden eingesetzt werden. Besser beraten ist man mit der in Österreich heimischen Gemeinen Fichte.
Tipp 4: Richtig entsorgen
Ein Weihnachtsbaum sollte nur ordentlich abgeräumt entsorgt werden, also ohne Lametta und anderen Schmuck. Am eigenen Komposthaufen kann der (Bio-)Christbaum einen wertvollen Beitrag zum Humusaufbau leisten. Von den eigens eingerichteten Sammelstellen kommen die Bäume in Biomassekraftwerke, wo sie zur Energieerzeugung verbrannt werden.
Tipp 5: Vorsicht bei Alternativen
Am nachhaltigsten sind Bäume, wenn sie nach den Feiertagen weiterleben können. In den letzten Jahren gibt es daher einen Trend zum “Baum im Topf”. Hier gibt es jedoch mehrere Dinge zu beachten: “Viele Topf-Tannen stammen aus konventionellen Haltungen, andere sind nach dem Einpflanzen nicht lebensfähig, da ihre Wurzeln verkümmert sind oder stark zurückgeschnitten wurden – oder weil ihnen die großen Temperaturunterschiede zwischen beheiztem Wohnzimmer und Außentemperatur zu sehr zusetzen”, warnt Karin Enzenhofer vom WWF. Daher sollte auch der “Baum im Topf” ein heimischer, in Österreich aufgezogener Bio-Baum sein, der sich nach den Feiertagen im Garten wohl fühlt. Dasselbe gilt für den Christbaum zum Selberbasteln aus Ästen und Reisig: Bio, regional und heimisch.
Wie findet man also den perfekten Weihnachtsbaum?
Beim Christbaum entscheiden im Grunde dieselben Kriterien über die Nachhaltigkeit wie beim Essen – am besten sind regionale Bio-Produkte. Wer allerdings wirklich nachhaltige Weihnachten feiern will und keinen Platz im Garten für eine Bio-zertifizierte Gemeine Fichte aus dem Topf hat, der sollte sich den Christbaum-Kauf generell überlegen, denn: “Den perfekten Baum gibt es nur im Wald”, sagt Karin Enzenhofer vom WWF.
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