Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF: Hoffnung für den Tiger – Population wächst
Wien, 29.07.2019 – Heute ist Welt-Tiger-Tag und neueste Bestandszahlen und Schätzungen aus Indien geben Anlass zur Hoffnung. Demnach leben heute auf dem Subkontinent wieder 2967 Tiger. Beim letzten Zensus waren es nur 2226. „Bei einer extrem bedrohten Art wie dem Tiger zählt jedes einzelne Tier. Daher freuen wir uns sehr über die neuen Bestandszahlen. Sie zeigen, dass sich umfangreiche Schutzbemühungen auszahlen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. „Mit Indien beweist einer der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, dass Tigerschutz auch in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern möglich ist. Wir hoffen jetzt auf eine Signalwirkung für andere Tiger-Staaten, in denen es um die Großkatze weiterhin schlecht steht.“
Während Nepal, Indien oder auch Russland in der vergangenen Zeit Erfolge beim Tigerschutz vermelden konnten, ist die Lage laut der Naturschutzorganisation in vielen Ländern Südostasiens weiterhin besorgniserregend. Obwohl es in Laos, Kambodscha und Vietnam noch geeigneten Lebensraum für Tiger gibt, gelten die Großkatzen dort als biologisch ausgestorben. Einzig aus Myanmar gab es 2019 ermutigende Nachrichten. Tiger galten hier bereits als ausgestorben. Das Land scheint jedoch, anders als lange befürchtet, weiterhin eine kleine, fortpflanzungsfähige Tigerpopulation zu haben.
„Eine Trendwende beim Tiger ist möglich. Immerhin war noch vor zehn Jahren eine Erholung der chinesischen Tiger-Population absolut unwahrscheinlich. Die einst in den südlichen Landesteilen vorkommenden Tiger gelten dort seit den 1990er Jahren als in der Wildnis ausgestorben. Zu groß war die Bedrohung durch Lebensraumverlust und illegale Jagd. Auch die jetzt zulegenden Tigerbestände im Nordosten standen damals unter keinem guten Stern“, so Scattolin.
Hintergrund: Welt-Tiger-Tag
Der internationale Tag des Tigers wird jährlich am 29. Juli begangen und in vielen Ländern wie Indien, China oder auch Bhutan mit öffentlichen Veranstaltungen gefeiert. 2010 ins Leben gerufen, soll der Welttag des Tigers auf die starke Bedrohung der majestätischen Katzen aufmerksam machen. Trotz aller Erfolge gibt es derzeit noch höchsten 4000 wildlebende Tiger in Asien.
2010 war das letzte Chinesische „Jahr des Tigers“, damals gab es Schätzungen zufolge noch etwa 3200 Tiger in freier Wildbahn. 2022 wird das nächste „Jahr des Tigers“ sein. Der WWF hat sich gemeinsam mit allen 13 Tigerverbreitungsstaaten dem ambitionierten Artenschutzziel verschrieben, die Anzahl wilder Tiger bis dahin zu verdoppeln. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass hierfür die richtigen Weichen gestellt wurden, aber gleichzeitig noch viel passieren muss.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák, Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at, +43 676 83 488 276
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung











