7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
WWF: Mehr als eine Million Menschen fordern starkes EU-Gesetz gegen Entwaldung
Umwelt-Allianz fordert rodungsfreie Lieferketten: In der EU dürfen in Zukunft keine Produkte mehr verkauft werden, die zur Zerstörung von Regenwäldern und weiteren Ökosystemen beitragen
Brüssel, Wien, am 13. November 2020. Die von einer europaweiten Umwelt-Allianz gestartete Aktion für ein starkes EU-Waldschutzgesetz ist binnen weniger Monate von mehr als einer Million Menschen unterstützt worden, wie die Naturschutzorganisation WWF am Freitag mitteilt. Im Zuge einer von der EU-Kommission gestarteten Konsultation wird noch bis zum 10. Dezember zur Unterstützung eines starken EU-Gesetzes für rodungsfreie Lieferketten aufgerufen. „In der EU dürfen in Zukunft keine Produkte mehr verkauft werden, die zur Abholzung der Regenwälder beitragen – weder durch Brandrodungen und weitere Naturzerstörung noch durch Menschenrechtsverletzungen“, sagt Hannah-Heidi-Schindler vom WWF Österreich zu den wesentlichen Zielen der #Together4Forests-Initiative.
„Die breite Unterstützung der Menschen ist ein klares Signal, dass die Politik vom Reden ins Handeln kommen muss. Mehr als zehn Prozent der in der EU gehandelten Produkte wie Fleisch, Soja für Futtermittel, Palmöl, Kaffee und Kakao tragen weltweit zur Entwaldung der Tropen bei. Damit befeuert Europa indirekt sowohl die Klimakrise als auch das Artensterben. Unzählige Tiere sind auf intakte Wälder angewiesen“, sagt Hannah-Heidi Schindler, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Allein von 2015 bis 2020 sind laut FAO pro Jahr weltweit zehn Millionen Hektar aufgrund von Entwaldung verloren gegangen.
#Together4Forests ist eine gemeinsame Initiative von über 140 Umweltschutzgruppen. Eine Unterschrift zur Unterstützung der Aktion ist online unter www.wwf.at/together4forests möglich. “Sowohl die Politik als auch die Wirtschaft sind gefordert. Produkte, die mit Entwaldung und ihren Folgen verbunden sind, dürfen gar nicht erst in die Regale kommen“, fordert Hannah-Heidi Schindler.
Rückfragehinweis:
Volker Hollenstein
Leiter Politik & Kommunikation WWF Österreich
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Tel: +43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz










