Umweltschutzorganisation für „Hitze-Milliarde“, mehr Renaturierung und wirksamen Klimaschutz – Natürliche Schutzmaßnahmen verstärken
WWF: Österreich legt lückenhaften Renaturierungsplan vor
Wien, am 1. September 2026 – Die Naturschutzorganisation WWF bewertet den vom Umweltminister vorgelegten Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans als „lückenhaft und wenig ambitioniert“. „Der Entwurf bleibt deutlich hinter dem Anspruch eines ambitionierten Renaturierungsplans zurück. Die Bundesregierung muss daraus gemeinsam mit den Ländern rasch ein finanziell abgesichertes Umsetzungsprogramm machen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs. Der WWF fordert deutliche Nachschärfungen bei den geplanten Maßnahmen, Fristen und Budgets.
Der enge Fokus auf bestehende Programme greift aus fachlicher Sicht viel zu kurz. „Ohne zusätzliche Maßnahmen, klare Verantwortlichkeiten und neue Finanzierungszusagen droht der Wiederherstellungsplan zu einem Papiertiger zu werden. Damit vergeben Bund und Länder die Chance, Österreich besser vor Hitze, Dürre und Hochwasser zu schützen“, kritisiert Brangs. Naturnahe Wälder, Feuchtgebiete und gesunde Böden stärken zugleich die heimische Land- und Forstwirtschaft und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen die Klimakrise.
Der WWF fordert Bund und Länder auf, ausreichend zweckgebundene Mittel für die Umsetzung bereitzustellen. Die Finanzierung dürfe nicht allein auf die EU abgeschoben werden. „Der Schutz der biologischen Vielfalt ist in Österreich seit Jahren unterfinanziert. Die Bundesregierung muss Renaturierung im nächsten Budget angemessen absichern und zugleich natur- und klimaschädliche Subventionen konsequent abbauen“, fordert Brangs.
Österreichs Natur in schlechtem Zustand
Wie groß der zusätzliche Handlungsbedarf ist, zeigt der schlechte Zustand der Natur: Rund 80 Prozent der europarechtlich geschützten Arten und Lebensräume sind in keinem günstigen Erhaltungszustand, mehr als die Hälfte der Fließgewässer verfehlt den guten ökologischen Zustand. Rund 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen sind bereits verloren, bei zwei Drittel der verbliebenen Moore ist der Wasserhaushalt gestört. Auch beim Bodenschutz besteht großer Nachholbedarf: Laut WWF-Bodenreport hat bisher kein einziges Bundesland ein verbindliches quantitatives Ziel zur Senkung des hohen Bodenverbrauchs beschlossen.
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