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WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Wien, am 9. Juni 2026. Anlässlich des Tags des Luchses am 11. Juni warnt der WWF vor einer dramatischen Zuspitzung der Situation für die Luchse in Österreich. Laut Monitoring-Daten ist der Bestand auf nur mehr rund 30 Tiere gesunken. Zugleich zeigt der aktuelle FFH-Bericht Österreichs an die Europäische Kommission, dass sich nun auch die bislang größte Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel verschlechtert hat. „Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht Österreich den Luchs binnen weniger Jahre regional dauerhaft zu verlieren. Wir müssen die verbleibenden Bestände stützen, Lebensräume besser vernetzen und Wildtierkriminalität konsequent bekämpfen“, sagt WWF-Expertin Magdalena Erich.
Im Nationalpark Kalkalpen zeigt sich die dramatische Lage besonders deutlich: Von vier nachgewiesenen Tieren ist nur der dreijährige Luchs Janus noch jung, während drei Luchse bereits ein sehr hohes Alter von 12 bis 14 Jahren erreicht haben. Da Luchse in freier Wildbahn maximal etwa 17 Jahre alt werden, droht dieser Bestand in absehbarer Zeit zu verschwinden, warnt der WWF. Dabei bieten gerade die Kalkalpen eine große Chance für den Fortbestand der Art. Voraussetzung ist jedoch, dass die kleinen Vorkommen gefördert und bestehende hochwertige Lebensräume nicht weiter zerschnitten werden. Andernfalls droht der Bestand in den Kalkalpen in den kommenden Jahren zu verschwinden.
Der WWF fordert daher eine umfassende, fachlich fundierte Bestandsstützung, ein entschlossenes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität sowie eine Raumplanung, die bestehende Lebensräume sichert und besser miteinander verbindet. Nur so kann verhindert werden, dass eine der seltensten Katzen Europas aus Österreich verschwindet.
Zwar konnten Luchse nach ihrer Ausrottung seit den 1970er-Jahren wiederangesiedelt werden. In den vergangenen Jahren ist ihr Bestand jedoch auf zuletzt nur mehr rund 30 Tiere gesunken. Zusätzlich verschärft die vollständige Isolation der wenigen verbliebenen Tiere in drei voneinander getrennten Populationen die Situation. „Durch Straßenbau und andere Infrastrukturprojekte werden Lebensräume zerschnitten. Der Austausch zwischen den Beständen bleibt aus, wodurch genetische Verarmung und Inzucht zu einem immer größeren Problem werden“, sagt Erich. Zusätzlich bedroht illegale Verfolgung den Fortbestand der Art.
Zum Artikel-17-Bericht gemäß EU-Richtlinie
Alle sechs Jahre berichten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union über den Zustand der nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützten Arten und Lebensräume. Für den Luchs zeichnet der kürzlich aktualisierte Bericht für den Zeitraum 2018 bis 2024 ein alarmierendes Bild. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung im Mühl- und Waldviertel: Die bislang größte heimische Teilpopulation hat sich gegenüber der vorherigen Berichtsperiode verschlechtert. Die alpine Population verharrt weiterhin in einem schlechten Erhaltungszustand. Insgesamt bleibt der Luchs damit in Österreich akut gefährdet.
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