Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Report: Über 230 neue Arten in der Mekong-Region entdeckt

Er ist die Lebensader Südostasiens und eines der größten Fluss-Systeme der Welt: der Mekong. Seine Artenvielfalt ist beeindruckend – das zeigt jetzt ein neuer Bericht des WWF: Innerhalb nur eines Jahres wurden hier 234 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt – darunter kuriose Funde wie eine drachenartige Echse, deren Name (Laodracon carsticola) einem Charakter aus der TV-Serie Game of Thrones gehören könnte, ein stachelloser Igel, der wegen seiner scharfen Reißzähne nach dem vietnamesischen Wort für “Vampir” benannt ist, eine grün-schwarze Grubenotter mit beeindruckenden “Wimpern-Schuppen”, ein leuchtend orangefarbener Krokodil-Molch und eine winzige, blattlose Orchidee: “Der Mekong ist eine wahre Schatzkiste der Artenvielfalt. Jedes Jahr werden in seinem Einzugsgebiet Hunderte von bisher völlig unbekannten Tieren und Pflanzen entdeckt. Das beweist, dass hier noch viele Geheimnisse der Natur schlummern, die es unbedingt zu schützen gilt”, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich. Der Bericht dokumentiert die Arbeit hunderter Wissenschaftler:innen aus Universitäten, Naturschutzorganisationen und Forschungsinstituten auf der ganzen Welt. Insgesamt entdeckten sie in Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam 173 Pflanzen, 26 Reptilien, 17 Amphibien, 15 Fische und drei Säugetiere. Damit steigt die Gesamtzahl der seit 1997 in der “Greater Mekong Region” beschriebenen Gefäßpflanzen und Wirbeltiere auf 3.623. “Die meisten dieser Arten kommen weltweit nur hier vor – das macht die Region besonders wertvoll. Aber sie alle sind durch menschliche Aktivitäten stark bedroht”, sagt Scattolin.
Der WWF ist seit vielen Jahren in dieser artenreichen Region im Einsatz, die besonders unter Verschmutzung und zunehmender Verbauung leidet. “Monströse Wasserkraftwerke verursachen Ernteausfälle bei der ländlichen Bevölkerung, unterbrechen die Wanderungen vieler Tierarten, die auf die Dynamik des Flusses angewiesen sind und dezimieren die Fischbestände”, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich. Zusätzlich sind seltene Tier- und Pflanzenarten durch Übernutzung, Raubbau, illegalen Wildtierhandel, Klimakrise, invasive Arten und Krankheiten bedroht. Besonders schlecht steht es in der Region um die Flussdelfine – sie gehören zu den am meisten bedrohten Säugetieren der Welt.
Wie neue Arten entdeckt werden
Arten werden auf sehr unterschiedliche Weise entdeckt. Einige werden bei Feldbegehungen gesammelt und in Naturkundemuseen und botanischen Gärten jahrelang – manchmal jahrzehntelang – aufbewahrt, bevor sie analysiert und bestimmt werden. Manchmal werden Arten im Handel gefunden, wie es bei vielen Orchideen- und Aquarienfischarten der Fall ist. „Wir müssen verhindern, dass Arten verschwinden, bevor sie überhaupt in der freien Natur beschrieben sind“, sagt dazu Georg Scattolin vom WWF.
Zu den Highlights der neu entdeckten Arten aus dem WWF-Bericht gehören:
- Eine Karstdrachen-Eidechse – deren Name einem Charakter aus Game of Thrones gehören könnte und die nicht nur eine neue Art, sondern eine gänzlich neue Gattung repräsentiert
- Ein Igel mit weichem Fell und scharfen Reißzähnen, benannt nach dem vietnamesischen Wort für Vampir
- Eine Grubenotter mit beeindruckenden Schuppen, die wie lange Wimpern aussehen
- Ein leuchtend orangefarbener Krokodil-Molch, der in einer für Amphibien ungewöhnlichen Höhenlage lebt, nämlich zwischen 1.800 und 2.300 Metern über dem Meeresspiegel
- Eine Ingwerart deren Wurzel nach Mango riecht
- Eine blattlose Orchidee, die wahrscheinlich bereits durch Raubbau bedroht ist
- Eine rosafarbene Schmerle, die gerade erst wissenschaftlich beschrieben wurde, obwohl sie im Aquarienhandel weit verbreitet ist
- Eine Kielrücken-Schlange, die nach der ethnischen Gruppe der H’mong benannt wurde
- Eine Spitzmaus, die nur acht Gramm wiegt und damit zu den zehn leichtesten Säugetierarten der Erde gehört
Der vollständige Report zum Download hier.
Bilder hier zum Download.
Weitere Infos zur Mekong-Region und wie der WWF sie schützt, finden Sie hier.
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