Umweltschutzorganisation warnt vor Freibrief für fossile Geschäftsmodelle – Vorrang für Emissionsvermeidung – Strenge Grenzen bei geplanter Öffnung für CO₂-Speicherung
WWF und BirdLife: Neuer Waldfonds muss Naturwälder und Artenvielfalt unterstützen
Naturschutzorganisationen fordern wirksame Umsetzung, die der Klima- und Biodiversitätskrise gerecht wird – Heimische Wälder leiden nicht nur unter der Erderhitzung, sondern auch unter zu vielen Monokulturen und intensiver Bewirtschaftung
Wien, am 29. Jänner 2021. Die Naturschutzorganisationen WWF und BirdLife Österreich begrüßen das Biodiversitätspaket im neuen Waldfonds und fordern eine wirksame Umsetzung, die der akuten Klima- und Biodiversitätskrise gerecht wird. „Der Schutz der Artenvielfalt im Wald ist über Jahrzehnte vernachlässigt worden, der Aufholbedarf ist riesig. Daher muss der Waldfonds den Schutz der letzten Naturwälder ermöglichen und unterstützen“, sagt WWF-Waldexpertin Karin Enzenhofer anlässlich des Grünen Lichts für die Förder-Richtlinie durch die Bundesregierung. Neben Außer-Nutzungs-Stellungen müsse insbesondere der Schutz der meistgefährdeten Waldarten durch das Belassen von Totholz und durch wissenschaftliches Monitoring gezielt gefördert werden. „Anstatt Fördergelder mit der Gießkanne auszuschütten, müssen sie prioritär dort eingesetzt werden, wo es die größten Defizite gibt“, fordert Karin Enzenhofer.
“Altholzinseln und Totholz sind von hoher Bedeutung für eine Vielzahl von Spechten, Eulen, Insekten und Pilzen, die nicht zuletzt auch unerwünschte Massenvermehrung einzelner Tierarten wie Borkenkäfern bremsen können. Diese wichtige Funktion ist leider durch das jahrhundertelange Leerräumen unserer Wälder vielerorts verloren gegangen. Daher ist das Biodiversitätspaket im Waldfonds sehr zu begrüßen”, freut sich Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.
Aus Fehlern lernen
„Die heimischen Wälder sind nicht nur aufgrund der Klimakrise anfällig für Borkenkäfer-Befall, sondern gerade auch aufgrund von zu vielen Monokulturen und einer zu intensiven Forstbewirtschaftung. Daher wäre es fatal, nur die Symptome der Waldkrise zu bekämpfen“, warnt WWF-Expertin Karin Enzenhofer. „Übernutzte Wälder sind weder für die Artenvielfalt noch im Kampf gegen die Klimakrise eine große Hilfe. Daher braucht Österreich mehr denn je artenreiche und klimafitte Naturwälder. Nur dann wird unser Wald seine Funktion als Klimaanlage, Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Organismen wieder voll und ganz ausüben können“, sagt WWF-Waldsprecherin Karin Enzenhofer.
Weitere Informationen zum Thema „Wald in der Krise“ sind im aktuellen WWF-Waldbericht nachlesbar.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation WWF Österreich
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Finale bei Österreichs Flusswahl: Noch bis 1. September abstimmen
Neun Flüsse aus allen Bundesländern stehen zur Wahl – Extreme Trockenheit und Hitze setzen Gewässer und Fische unter Druck – WWF ruft zu starkem Zeichen für lebendige Flüsse auf
WWF-Erfolg: Brutflöße sorgen für Jungvogel-Boom an der March
Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!
600 Tötungen pro Jahr: WWF kritisiert geplante Biber-Verordnung in Niederösterreich
Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
Klimagesetz: WWF begrüßt Klimaneutralität 2040, kritisiert fehlende Verbindlichkeit
Umweltschutzorganisation fordert ambitionierten und verbindlichen Klimafahrplan, andernfalls droht Etikettenschwindel – Fokus auf natürlichen Klimaschutz und Renaturierung gefordert
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht








