Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
WWF: Verbauung des ursprünglichen Forchet-Waldes ist drastisches Negativbeispiel für Flächenfraß
Baulandwidmung in der Gemeinde Haiming zeigt grobe Versäumnisse in der Raumordnung – Naturschutzorganisation WWF fordert Bodenschutzvertrag zwischen Bund, Ländern und Gemeinden.
Mit der Genehmigung des neuen Raumordnungskonzeptes der Gemeinde Haiming in Tirol fallen weitere 12 Hektar Naturwald der Verbauung zum Opfer. Geht es nach den Plänen der Gemeinde, soll auf einer Fläche von rund 16 Fußballfeldern der letzte naturbelassene Wald des Tiroler Inntals für neue Siedlungen und Gewerbeflächen gerodet werden. „Die Umwidmung der Gemeinde Haiming zeigt, dass die Zersiedelung auch vor naturschutzrelevanten Flächen und wertvollen Wäldern nicht haltmacht. Durch fehlenden Schutz, rücksichtslose Raumplanung und mangelhafte Bodenschutz-Strategien werden wertvolle Grünflächen und Naturräume Stück für Stück unter Asphalt begraben“, sagt Maria Schachinger, Bodenschutzexpertin des WWF Österreich. „Ohne eine wirksame Reduktion des Bodenverbrauchs nimmt die Politik massive Umweltprobleme in Kauf, riskiert unsere Ernährungssicherheit und gefährdet mittelfristig den Wohlstand und die Lebensqualität in Österreich.“
„Die Verbauung des Forchet-Waldes ist ein besonders drastisches Negativbeispiel für Flächenfraß in Österreich. Anstatt eine natur- und flächenschonende Raumordnung zu fördern, wird trotz vorhandener Baulandreserven weiter gerodet“, kritisiert Schachinger. In nur neun Jahren, von 2005 bis 2014, wurden bereits 26 Hektar des Forchets für Gewerbeparks und die Zersiedelung gerodet. Dabei gibt es in der Gemeinde eine Reserve von 30 Hektar an bereits gewidmeten Bauland, die nicht genützt wird. Mit aktuell erteilten Genehmigung der Flächenwidmung geht nicht nur wichtiger Naherholungsraum verloren, sondern auch wichtiger Lebensraum für etliche geschützte Arten wie seltene Orchideen, Eulen oder Greifvögel. Nur elf Prozent von Österreichs Wald sind noch in einem derart guten Zustand.
„Zersplitterte Kompetenzen befördern den Flächenfraß in ganz Österreich. Mit einer Verbauungsrate von 13 Hektar pro Tag wird das Nachhaltigkeitsziel des Bundes um mehr als das Fünffache überschritten“, erklärt WWF-Expertin Schachinger. Der WWF fordert daher eine Naturschutz-Offensive und einen Bodenschutz-Vertrag zwischen allen zuständigen Ebenen – Bund, Länder und Gemeinden – um verbindlichen Maßnahmen festzuschreiben, die den Bodenverbrauch bis 2030 auf maximal einen Hektar pro Tag reduzieren.
Der WWF setzt sich mit der Petition „Natur statt Beton – Stoppt die Verbauung Österreichs!“ für einen Bodenschutz-Vertrag ein. Online-Unterschriften unter: www.natur-statt-beton.at/petition
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen
Ein Drittel des Tiroler Wolfsbestandes abgeschossen: WWF kritisiert Management des Landes scharf
2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“
Fischkonsum im Urlaub: WWF warnt vor Importware und verstecktem Haifisch-Fleisch
Fischgerichte auf Touristenmenüs und Märkten häufig aus Asien und Lateinamerika importiert oder unter irreführenden Namen angeboten – WWF fordert mehr Transparenz und ruft zur Vorsicht beim Fischkonsum auf
Klimakrise offenbart Grenzen der Wasserkraft: WWF fordert vielfältigen Energiemix statt weiterer Flussverbauung
Trockenheit bremst Stromproduktion – Energieversorgung muss klimafit und naturverträglich werden – WWF fordert Energiesparen und Vielfalt beim Ausbau Erneuerbarer Energien










