WWF zum Statistik Austria-Report: Hoher Flächenfraß gefährdet Österreichs Zukunft

1. Dezember 2020 | Österreich, Politische Arbeit, Presse-Aussendung

Schlechte Noten für heimische Umweltpolitik – Starke Bodenversiegelung gefährdet Umwelt, Wohlstand und Lebensqualität – WWF fordert Bodenschutzvertrag

Anlässlich des am Dienstag veröffentlichten Reports „Wie geht’s Österreich 2020“ fordert die Naturschutzorganisation WWF ein Maßnahmenpaket gegen den viel zu hohen Bodenverbrauch. Denn der umfassende Bericht der Statistik Austria und der unabhängigen Fachleute unter der Leitung von WIFO-Chef Christoph Badelt stellt der Politik vor  allem beim Schlüsselindikator Bodenversiegelung ein negatives Zeugnis aus: „Das hohe Ausgangsniveau […]

Anlässlich des am Dienstag veröffentlichten Reports „Wie geht’s Österreich 2020“ fordert die Naturschutzorganisation WWF ein Maßnahmenpaket gegen den viel zu hohen Bodenverbrauch. Denn der umfassende Bericht der Statistik Austria und der unabhängigen Fachleute unter der Leitung von WIFO-Chef Christoph Badelt stellt der Politik vor  allem beim Schlüsselindikator Bodenversiegelung ein negatives Zeugnis aus: „Das hohe Ausgangsniveau und der kontinuierliche Anstieg des   Anteils der versiegelten Fläche am Dauersiedlungsraum seit 2001 wird langfristig eindeutig negativ bewertet“, warnt der Bericht wörtlich. „Beim Bodenverbrauch verfehlt Österreich mit einer Verbauungsrate von 13  Hektar pro Tag das Nachhaltigkeitsziel um mehr als das Fünffache. Seit 2001 wurde österreichweit eine Fläche größer als Wien unter Beton und Asphalt begraben. Jedes naturverträgliche Maß ist längst überschritten und eine echte  Trendwende weiterhin nicht in Sicht“, kritisiert WWF-Bodenschutzsprecherin Maria Schachinger in einer Reaktion.

„Ohne  eine wirksame Reduktion des Bodenverbrauchs nimmt die Politik massive Umweltprobleme in Kauf, riskiert unsere Ernährungssicherheit und   gefährdet mittelfristig den Wohlstand und die Lebensqualität in Österreich. Gerade die Corona-Krise hat den Stellenwert einer intakten Natur verdeutlicht“, sagt Schachinger. Daher fordert der WWF Österreich einen Bodenschutz-Vertrag von der Politik, um den täglichen Bodenverbrauch auf maximal einen Hektar pro Tag einzudämmen. Besonders  wichtig sind  die umfassende Ökologisierung des Steuersystems und der Raumordnung, der rasche Abbau umweltschädlicher Subventionen und eine große Naturschutz-Offensive.

Die  versiegelte Fläche als Anteil am Dauersiedlungsraum ist kontinuierlich  gestiegen. Insgesamt registriert der Statistik-Austria-Report seit 2001  eine Zunahme der versiegelten Fläche von 48.100 Hektar. Allein 2019  wurden 1.600 Hektar neu versiegelt. Während  die Bevölkerung im Zeitraum von 2001 bis 2019 um 10,4 Prozent  angewachsen ist, ging die Flächenversiegelung um 25,7 Prozent in die  Höhe. „Statt neuer Schnellstraßen und Autobahnen braucht es gerade jetzt  ambitionierte Maßnahmen gegen den Flächenfraß. Die Corona-Krise darf  nicht zum Vorwand genommen werden, um die Verbauung weiter anzuheizen“,  fordert WWF-Expertin Maria Schachinger. Aufgrund der zersplitterten  Zuständigkeiten seien Bund, Länder und Gemeinden gefragt, gemeinsam wirksame  Lösungen zu erarbeiten.

Der  WWF setzt sich mit der Petition „Natur statt Beton – Stoppt die  Verbauung Österreichs!“ für einen Bodenschutz-Vertrag ein.  Online-Unterschriften unter: www.natur-statt-beton.at/petition

Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan
Pressesprecher WWF Österreich
Tel.: 0676 834 88 308
E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at

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