Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste

Wien/Gland, am 9. Juli 2026 – Der WWF sieht in der heutigen Aktualisierung der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) ein deutliches Warnsignal für die globale Artenvielfalt. Von 175.909 erfassten Arten gelten bereits 49.505 als bedroht. Besonders alarmierend sei, dass über 60 Prozent der weltweit bekannten endemischen Weichtiere an hydrothermalen Quellen – 125 von 201 Arten – durch Tiefseebergbau an den Rand des Aussterbens gedrängt werden. Auch der Wüsten-Regenfrosch in Namibia und Südafrika rückt durch Diamantenabbau, Energie-Infrastruktur und weitere Industrieprojekte näher an das Aussterben. „Die neue Rote Liste zeigt, wie weit der menschliche Druck inzwischen reicht: von der Tiefsee bis in die Wüste. Wer Lebensräume rücksichtslos zerstört, verliert Arten, bevor wir ihre Rolle im Ökosystem überhaupt verstehen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin.
Zugleich zeigt die aktuelle Rote Liste, dass konsequenter Naturschutz wirkt. So konnte der Numbat, ein seltenes australisches Beuteltier, dank jahrzehntelanger Schutzmaßnahmen herabgestuft werden. Intensive Programme zur Bekämpfung invasiver Arten, Wiederansiedlungen und Schutzgebiete haben den Bestand deutlich erhöht. „Artensterben ist kein Naturgesetz. Schutzgebiete, Renaturierungsmaßnahmen und klare Grenzen für wirtschaftliche Eingriffe können Populationen stabilisieren. Die Politik muss diese Erfolge zur Regel machen, zum Beispiel durch einen Stopp für riskanten Tiefseebergbau und die wirksame Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele“, sagt Scattolin vom WWF.
WWF-Report empfiehlt: Kommerzielle Ausbeutung der Tiefsee stoppen
Mit Blick auf die bevorstehenden internationalen Verhandlungen über den Tiefseebergbau appelliert indes der WWF an die Staatengemeinschaft, keine kommerzielle Ausbeutung der Tiefsee zuzulassen, solange die ökologischen Risiken nicht umfassend geklärt sind. Denn der Rohstoffabbau in der Tiefsee hätte weitreichende ökologische, politische und soziale Folgen, wie ein neuer WWF-Bericht zeigt.
Weitere Infos zum Tiefseebergbau hier.
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