Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
646 Hitzetote: WWF fordert Klima- und Naturschutzpaket

Wien, am 30. August 2026 – Angesichts von 646 hitzebedingten Todesfällen allein im Juni und Juli fordert der WWF ein umfassendes Klima- und Naturschutzpaket von der Bundesregierung. Dazu gehören eine „Hitze-Milliarde” für Städte und Gemeinden sowie mehr Entsiegelung und Begrünung. Insbesondere natürliche Schutzmaßnahmen müssen laut der Umweltschutzorganisation deutlich verstärkt werden: Intakte und renaturierte Flüsse, Auen, Moore und gesunde Böden halten Wasser in der Landschaft und tragen zur Abkühlung bei. „Die Rekordzahl an Hitzetoten zeigt, wie gefährlich die Klimakrise bereits heute ist. Österreich muss Hitzevorsorge, Naturschutz und Klimaschutz jetzt gemeinsam verstärken“, sagt WWF-Klimasprecher Reinhard Uhrig zu den von der AGES veröffentlichten Zahlen. Zur Gegenfinanzierung solle die Bundesregierung vor allem umweltschädliche Subventionen konsequent abbauen und die frei werdenden Mittel in Hitzevorsorge und Renaturierung investieren.
Eine wichtige Weichenstellung steht unmittelbar bevor: Bis 1. September muss Österreich den Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans an die EU-Kommission übermitteln. Der WWF fordert ambitionierte und ausreichend finanzierte Renaturierungsmaßnahmen für Flüsse, Auen, Moore und andere geschädigte Ökosysteme. „Naturschutz ist auch Hitzeschutz: Intakte Ökosysteme halten Wasser in der Landschaft und machen unser Land widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit“, sagt Uhrig. Darüber hinaus müsse die Bundesregierung mit einem wirksamen Klimagesetz die Treibhausgas-Emissionen rasch und dauerhaft senken.
Besonders groß ist der Handlungsbedarf beim Bodenschutz: Laut dem aktuellen WWF-Bodenreport schützt kein Bundesland seine Böden ausreichend. Zudem fehlt in allen neun Ländern ein verbindliches quantitatives Ziel zur Senkung des Bodenverbrauchs. „Weitere Versiegelung verschärft die Hitzebelastung und schwächt zugleich die Fähigkeit der Landschaft, Wasser aufzunehmen und zu speichern. Daher braucht es hier dringend eine Trendwende“, fordert Uhrig.
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