Umweltschutzorganisation fordert Sofortmaßnahmen für klimafreundliche Mobilität und schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas: Klimaticket vergünstigen, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Strukturreformen beschließen
WWF-Bericht: Klimaschäden bald nicht mehr versicherbar
Schäden infolge der Klimakrise könnten weltweit künftig nicht mehr versicherbar sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der Naturschutz-Organisation WWF, der die Versicherungslücke in Europa und den USA analysiert. Die Kosten von Überschwemmungen, Dürren und anderen Extremwetter-Ereignissen, welche durch die Klimakrise häufiger und intensiver werden, würden damit verstärkt private Haushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand treffen. „Die Klimakrise wird immer teurer – und damit auch immer weniger versicherbar. Wir müssen jetzt entschlossen in unsere beste Verbündete gegen diese Bedrohung investieren: eine intakte Natur”, sagt Teresa Gäckle vom WWF Österreich. Um der wachsenden Versicherungslücke entgegenzuwirken, legt der WWF einen 4-Punkte-Plan vor. Dieser umfasst eine systematische Bewertung von Klimarisiken und Widerstandsfähigkeit, eine umfassende Naturschutz-Offensive sowie einen stärkeren Fokus auf naturbasierte Lösungen zur Schadensprävention.
Intakte Natur als Schlüssel zur Vorsorge
In seinem Bericht skizziert der WWF die weltweiten Herausforderungen, vor denen auch Österreich bereits steht. Bis 2030 könnten sich hierzulande die jährlichen klimabedingten Schäden auf bis zu 5 Milliarden Euro summieren und sich bis 2050 sogar verdoppeln (Quelle: Sachstandsbericht Klimawandel). Der Rechnungshof warnte zudem kürzlich, dass in Österreich nur rund 5 Prozent der Werte gegen Hochwasser versichert sind. In einigen Hochwasser-Risikogebieten waren entsprechende Versicherungen faktisch schon heute nicht mehr erhältlich. Die Kosten tragen daher häufig private Haushalte, Unternehmen und letztlich der Staat. Verschärfend kommt hinzu, dass sich Österreich deutlich schneller erwärmt als der globale Durchschnitt. Dadurch steigen Risiken durch Hochwasser, Dürre und Extremwetter ebenso wie die Gefahr von Lawinen, Erdrutschen und Bodenerosion.
Politik und Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen
Die Klimakrise und ihre Folgen erhöhen den Handlungsdruck – das betrifft neben der Politik auch die Versicherungsbranche. WWF-Expertin Gäckle betont: „Jeder Euro, den wir in den Klimaschutz und die Natur und damit den Erhalt unserer Lebensgrundlagen investieren, zahlt sich künftig mehrfach aus. Es braucht jetzt entschlossenes Handeln, bevor die Kosten der Klimakrise untragbar werden.
”Um gegenzusteuern, müssen laut WWF-Bericht sowohl der Naturverlust gestoppt als auch die Treibhausgasemissionen rasch gesenkt werden. Eine intakte Natur müsse zudem zu einem zentralen Bestandteil von Resilienz- und Anpassungsstrategien werden. Naturbasierte Lösungen sind dabei oft kosteneffizienter als rein technische Maßnahmen und bringen zusätzliche ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen
Naturschauspiel: Monarchfalter wandern 4.000 Kilometer in den Süden – Schmetterlingsmigration trotzt Herausforderungen, aber Lage weiterhin fragil
Good News: Nestor ist ältester bekannter Seeadler in Österreich
Ein Wiedersehen der besonderen Art gab es kürzlich im Burgenland: Der Seeadler „Nestor“ wurde 15 Jahre nach seiner Beringung durch den WWF erneut gesichtet. Er gilt hierzulande als ältester bekannter Seeadler.
WWF: Renaturierungs-Atlas zu Flüssen zeigt Fortschritte in ganz Österreich, Lücken in Tirol
Neue Onlinekarte zeigt erstmals Weg zu EU-Renaturierungszielen – Insgesamt sollen über 2.500 Kilometer Flüsse renaturiert werden – Tirol mit Defiziten im Bundesländer-Check
WWF-Seeadler „Nestor“ lebt: Ältester bekannter Seeadler Österreichs gesichtet
15 Jahre alter Seeadler im Burgenland nachgewiesen – WWF fordert besseren Schutz für das Wappentier – illegale Verfolgung als große Gefahr
WWF legt 5-Punkte-Paket gegen fossile Preisfalle vor
Fossile Energiekosten senken, Subventionen umleiten, Natur schützen – WWF und Klimaforscher Huppmann fordern Reformen gegen hohe Energiepreise und steigende Klimarisiken
Neue Leitung des Presseteams beim WWF Österreich
Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz
Alpenverein und WWF fordern Stopptaste für Kaunertal-Ausbau
Unzureichend geplantes TIWAG-Projekt nicht genehmigungsfähig – Steigende alpine Risiken und Naturgefahren nicht ausreichend untersucht – Sicherheitslücken und Naturzerstörung sprechen gegen Konzernprojekt









