Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Der Heringsschmaus am Aschermittwoch läutet traditionell die Fastenzeit ein, in der Fischgerichte sehr beliebt sind. Doch die Weltmeere sind drastisch überfischt und auch das Klima leidet unter langen Transportwegen oder energieintensiven Fangmethoden einiger Arten. Der WWF rät daher zu einem sehr bewussten Konsum: „Fisch sollte als Delikatesse und nicht täglich konsumiert werden. Denn rund 90 Prozent der Meeres-Fischbestände sind überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt”, sagt WWF-Meeresbiologe Axel Hein. Wer dennoch zu Fisch greifen möchte, dem empfiehlt Hein Bio-Fisch wie Forelle, Saibling oder Karpfen aus heimischen Gewässern. „Das entlastet die Meere und ist hinsichtlich Frische, Qualität und kurzer Transportwege unschlagbar”, sagt Hein. „Auch Wildfänge aus heimischen Seen können auf den Tisch, sind jedoch nur in begrenzter Menge verfügbar”.
Hering in kritische Zone abgerutscht
Vor dem Konsum von Meeresfischen empfiehlt die Naturschutzorganisation einen Blick in den WWF-Fischratgeber, um sich gezielt über einzelne Bestände zu informieren. Denn gerade der Hering, lange eine nachhaltige Alternative zu anderen Arten, ist längst nicht mehr automatisch bedenkenlos zu konsumieren. „Die Heringsbestände sind in weiten Teilen des Nordost-Atlantiks in kritische Bereiche gesunken, während die Fangmengen oft über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegen“, analysiert WWF-Meeresbiologe Axel Hein.
„Viele Heringsbestände sind durch jahrelange Überfischung stark geschwächt. Die Klimakrise verschärft die Lage weiter, da wärmeres, sauerstoffärmeres Wasser insbesondere empfindlichen Arten wie Hering oder dem Kabeljau massiv zusetzt. Damit fehlen sie auch als Nahrungsgrundlage für Seevögel, Schweinswale, Robben und größere Fische, die auf sie als Nahrung angewiesen sind“, sagt Axel Hein vom WWF.
Heimischer Selbstversorgungsgrad gering
Mit einem Selbstversorgungsgrad von nur acht Prozent, sind die österreichischen Fischressourcen rein rechnerisch bereits Ende Jänner erschöpft. 92 Prozent des konsumierten Fischs werden importiert – vor allem beliebte Arten wie Lachs, Thunfisch und Garnelen. „Mit Grundschleppnetzen gefangene Garnelen sind nicht nur umwelt- sondern auch um ein Vielfaches klimaschädlicher als der Karpfen aus dem Waldviertel”, nennt WWF-Experte Axel Hein ein konkretes Beispiel.
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