Auswertung der Standortdaten zeigt unauffällig wandernden Wolf abseits von Ortschaften – Forschungsleiter kritisiert Vorgehen der Behörden – WWF fordert volle Aufklärung durch Landesregierung
Hitzewelle: Stark gefährdete Huchen in der Pielach verendet
In der Pielach sind während der jüngsten Hitzewelle mehrere Exemplare des stark gefährdeten Huchens verendet. Das dokumentieren aktuelle Aufnahmen aus Wasserkraft-Restwasserstrecken. „Die toten Huchen sind ein schwerer Verlust für den Artenschutz. In der akuten Hitzelage brauchen gefährdete Abschnitte sofort mehr Wasser, auch durch vorübergehend höhere Wasserabgaben von Kraftwerken“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer. Der WWF fordert daher die konsequente Umsetzung des Landes-Alarmplans gegen hitzebedingtes Fischsterben, ein Schutzprogramm für die letzten Huchenflüsse und eine beschleunigte Renaturierung ökologisch kritischer Restwasserstrecken.
Restwasserstrecken sind für hitzeempfindliche Arten besonders riskant. Unterhalb von Ausleitungen bleibt oft nur ein minimaler Bruchteil des natürlichen Abflusses im Flussbett. Bei Hitze sinken Wasserstand und Sauerstoffgehalt, flache Abschnitte erwärmen sich rasch, Ausweichräume fehlen. Für den Huchen ist das fatal: Der Donaulachs braucht kühles, sauerstoffreiches Wasser, tiefe Rückzugsräume, intakte Laichplätze und durchgängige Flussabschnitte.
Der Fall an der Pielach zeigt, wo jetzt angesetzt werden muss: Akut braucht es zusätzliche Wasserabgaben in kritischen Abschnitten, bevor weitere Tiere verenden. Dauerhaft müssen die letzten Huchenflüsse besser geschützt und geschädigte Restwasserstrecken saniert werden. Dafür braucht es mehr Wasser im Fluss, kühlere und strukturreichere Abschnitte sowie wieder durchgängige Lebensräume. Sensible Abschnitte müssen zudem vor weiterer Verbauung und zusätzlichem Wasserkraftdruck gesichert werden.
Zentrale Hebel für die österreichweite Sanierung geschädigter Flusslebensräume sind die Wasserrahmenrichtlinie und die EU-Renaturierungsverordnung. Österreich sollte diese ambitioniert umsetzen und jene Gewässer vorrangig sanieren, in denen stark gefährdete Arten wie der Huchen noch vorkommen, fordert der WWF. „Das Huchensterben zeigt, wie wenig Reserve bedrohten Arten in überhitzten und ausgeleiteten Gewässern bleibt. Wer die letzten Huchenflüsse erhalten will, muss ihre Lebensräume konsequent wiederherstellen“, sagt Pfeiffer.
Über den Huchen: Wanderfreudig, aber stark gefährdet
Der Huchen gilt als König der heimischen Flüsse: bis zu 1,5 Meter groß, kraftvoll und wanderfreudig, aber heute stark gefährdet. Der seltene Donaulachs braucht kühle, sauerstoffreiche, naturnahe Flüsse mit Kiesbänken, tiefen Kolken und freier Durchgängigkeit, um zu laichen und stabile Bestände aufzubauen. Sein Rückgang zeigt, wie stark Österreichs Gewässer durch Verbauung, Restwasserstrecken, Wasserkraft, Erwärmung und fehlende Flussdynamik unter Druck stehen. Für den WWF ist der Huchen daher ein Gradmesser für den Zustand unserer Flüsse. Wo der Huchen wieder leben kann, profitieren nicht nur viele andere Arten, sondern auch der Mensch durch lebendige, widerstandsfähige Gewässer.
Bilder vom aktuellen Huchen-Sterben in der Pielach sind HIER abrufbar.
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