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Kambodscha: 3.700 tödliche Fallen zerstört
Presseaussendung
Phnom Penh/Kambodscha, 9. Juni 2016 – Der WWF meldet große Erfolge im Kampf gegen die Wilderei in Kambodscha. In nur vier Monaten von Februar bis Mai des heurigen Jahres haben Kambodschas Ranger in den artenreichen Naturschutzgebieten im östlichen Kambodscha spektakuläre Ergebnisse erzielt. Mehr als 300 Patrouillen waren Mondulkiri Protected Forest (MPF) und im Phnom Prich Wildlife Sanctuary (PPWS) im Osten des Landes unterwegs. Zusammen patrouillierten sie mehr als 22.000 Kilometer auf der Suche nach Wilderern, illegalen Fischern und Holzfällern. Dabei wurden 3.700 tödliche Fallen und Schlingen entfernt, 16 illegale Lager zerstört und 260 kg Fleisch von geschützten Arten wie Banteng, Muntjac, Gaur, Languren und Makaken gefunden. Die Ranger beschlagnahmten zahlreiche Kettensägen, Motorräder, einen Lastwagen und fünf Gewehre, darunter auch drei AK47-Kalaschnikows. 30 Täter wurden festgenommen und mehrere vor Gericht gebracht. „Die Strafverfolgung der Täter muss verstärkt werden um die Wilderer und illegalen Holzfäller aus den Schutzgebieten fernzuhalten“, fordert Chith Sam Ath, Direktor des WWF in Kambodscha.
Aber nicht nur in den Naturschutzgebieten, auch in den umliegenden Dörfern, waren die Patrouillen äußerst erfolgreich. Dort gehen Schutzgebietsranger zusammen mit WWF-Rangern, Dorfbewohnern, und Polizisten auf die Suche nach illegalen Aktivitäten. So patrouillierten 300 Dorfbewohner, Ranger, ein Polizist, und 16 Experten des WWF mehr als 2.000 Kilometer in nur vier Monaten durch die Wälder. Sie entfernten mehr als 1.500 Schlingfallen, beschlagnahmten mehr als 100 kg Wildfleisch und Materialien für illegale Jagd und Fischerei. Dabei fanden die Ranger, dass Wilderer und illegale Fischer für das Töten der Tiere auch Elektroschockgeräte verwenden. Von sechs entdeckten Makaken konnten vier nur mehr tot geborgen werden, zwei wurden gerettet und in die Freiheit entlassen. Mehrere Restaurants wurden nach illegalem Wildfleisch durchsucht und Straßensperren auf der Route nach Phnom Penh durchgeführt.
Auch wurden 830 Baumstämme aus teurem Tropenholz konfisziert. Besonders schlimm ist die Lage in den Gebieten, die vom Staat per Konzession an Unternehmen für Plantagen vergeben wurden. Das Fällen von mehr als 95.000 Stämmen mit mehr als 25.000 Kubikmeter Holz wurde dort dokumentiert. Der WWF und seine Partner haben außerdem in den letzten vier Monaten mehrere Trainings für Ranger organisiert. Bei den praktischen Trainings in den Wäldern nahmen Dorfbewohner und Polizisten teil. Die WWF-Experten organisierten zudem zahlreiche Aktivitäten zum Schutz der Mekong-Delfine und der Vogelvielfalt in den Auwäldern am Mekong.
Der WWF erarbeitet nun zusammen mit der kambodschanischen Regierung weitere Vorschläge wie die Artenvielfalt in Kambodscha noch besser geschützt werden kann. Die Tiere und Pflanzen in der Region und die illegalen Aktivitäten sollen noch genauer erfasst, die Patrouillen verstärkt und beschlagnahmtes Gerät wie Motorsägen und Traktoren zerstört werden um eine weitere Verwendung durch Wilderer und Holzfäller zu vermeiden. Der WWF arbeitet seit 1995 in Kambodscha um die Artenvielfalt in dem naturreichen Land zu schützen und vor dem Raubbau zu schützen.
Weitere Informationen:
Theresa Gral, Pressesprecherin WWF, Tel. 01-48817-216; E-Mail: theresa.gral@wwf.at,
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF (vor Ort in Kambodscha), E-Mail: franko.petri@wwf.at
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