Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
Holzindustrie Schweighofer: Wolf verliert Schafspelz
Presseaussendung
Wien, 24. Juni 2016: Dem österreichischen Unternehmen Holzindustrie Schweighofer ist das FSC-Zertifikat entzogen worden. FSC und der zuständige Zertifizierer „Quality Austria“ reagieren damit auf massive Proteste des WWF und anderer Organisationen. Die Umweltschützer werfen Schweighofer und Quality Austria schwerwiegende Verstöße gegen FSC-Vergaberichtlinien vor, weshalb der WWF Beschwerde einlegte. „Dass sich ein Umweltsünder wie Schweighofer hinter einem zu Unrecht vergebenen Zertifikat verstecken konnte, war unerträglich“, so Johannes Zahnen, Referent für Forstpolitik beim WWF.
Der WWF bewertet den Entzug als wichtigen Schritt bei der Aufklärung der Vergehen von Holzindustrie Schweighofer. Erdrückende Indizien legten nahe, dass das Unternehmen seit Jahren systematisch Holz aus illegalen Quellen bezieht, beispielsweise aus dem rumänischen Nationalpark Retezat. Dass das Zertifikat nun bereits vor Abschluss einer vom FSC anberaumten umfassenden Untersuchung entzogen wurde, ist ein klares Zeichen für die Eindeutigkeit des Falls. FSC will Schweighofers zweifelhafte Geschäfte offensichtlich nicht weiter unter seinem Dach dulden. „Schweighofer ist das Paradebeispiel für grenzenlose Profitgier“, kritisiert Johannes Zahnen. „Das Unternehmen präsentiert sich gern als verantwortungsbewusst, aber macht im Hintergrund Geschäfte mit dem Raubbau.“
Nach der Suspendierung des Zertifizierers Quality Austria vor wenigen Wochen, der wegen desselben Falls vorerst keine FSC-Zertifikate mehr ausstellen darf, ist der Zertifikatsentzug bei Schweighofer ein weiterer Erfolg. Die vom WWF bemängelten Zertifizierungen beziehen sich auf Produktionsstätten und Lieferketten in Rumänien und weiteren Ländern, aus denen Schweighofer einen Großteil seines Holzes bezieht.
Weitere Informationen:
Theresa Gral, Pressesprecherin WWF, E-Mail: theresa.gral@wwf.at; Tel. 01-48817216.
Weitere Informationen zum Fall Schweighofer: https://www.wwf.at/waelder-in-rumaenien.
Zertifizierer von Holzindustrie Schweighofer suspendiert: http://wwf.de/2016/juni/komplize-am-pranger.
WWF legt Beschwerde ein gegen FSC-Zertifizierung von Holzindustrie Schweighofer:
http://wwf.de/2016/maerz/zertifizierter-raubbau.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit













