Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Good News: CITES stärkt Schutz für Meerestiere und Großkatzen
Es waren wichtige Tage für den Artenschutz in Usbekistan: Bei der internationalen Artenschutzkonferenz (CITES COP) wurde darüber verhandelt, welche Arten in eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen aufgenommen werden. Mit erfreulichem Ausgang – denn ein historischer Etappensieg für zahlreiche Meerestiere konnte erzielt werden. Dazu zählen auch mehr als 70 Hai- und Rochenarten, die dadurch besser geschützt sind. Besonders bedeutsam ist das internationale Handelsverbot für Manta- und Teufelsrochen, Walhaie, Weißspitzen-Hochseehaie und mehrere Geigenrochenarten. Strengere Maßnahmen wurden auch für den Handel mit Tiefsee-, Hunds- und Glatthaien beschlossen. Außerdem wurde der Handel mit Galapagos-Leguanen und goldenen Seegurken verboten. Jetzt müssen die einzelnen Staaten eine lückenlose Umsetzung und strenge Kontrollen für Handel und Fischerei sicherstellen.
Auch beim Schutz der Großkatzen wurden wichtige Erfolge erzielt: Bei der Konferenz wurden die vom WWF im Vorfeld geforderten Maßnahmen zum besseren Schutz von asiatischen Großkatzen beschlossen. Dazu zählen ein Verbot der Tigerzucht für den Handel mit Körperteilen, strengere Auflagen für alle Tigerhaltungen und eine weiterhin strenge Überwachung von Leoparden. Auch der illegale Handel mit Jaguaren und Geparden soll stärker bekämpft werden. Bei den Kontrollen braucht es nun dringend eine Nachschärfung.
Gute Nachrichten sind auch die Aufrechterhaltung der Handelsverbote von Elfenbein und Nashorn-Hörnern. Einen verbesserten Schutz gibt es zudem bei weiteren Säugetierarten: darunter Faultiere, Goldbauch-Mangaben, Okapis und Dorkas-Gazellen. Zusätzlich wurde der Handel mit einigen Vogelarten verboten, wie dem Weißrücken- und dem Rüppellgeier sowie dem Großschnabel-Samenfink. Handelsbeschränkungen wurden auch für zwei endemische Geckoarten, vier Froscharten und afrikanische Hornvögel durchgesetzt.
Enttäuschend war die Ablehnung des dringend notwendigen Handelsverbots mit Aalen. Denn derzeit ist nur der Handel des vom Aussterben bedrohten Europäischen Aals geregelt. Doch weil die Aal-Arten kaum zu unterscheiden sind, gibt es ein Schlupfloch für kriminelle Handelsnetzwerke. Eine Listung der ganzen Gattung wäre daher ein wichtiger Schritt gewesen. Darüber hinaus gibt es dringenden Nachholbedarf beim Schutz von Singvögeln – ihr Handel sollte bei der nächsten Artenschutzkonferenz stärker in den Fokus rücken.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern
WWF kritisiert lückenhaftes Umweltbudget
Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt












