WWF Artikel mit bestimmten Darstellungsformen: CMS-Video

Der Mensch und der Inn – Episode 8

Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Episoden auf einen Blick. Schauen Sie rein!

Die Nutzungsinteressen, die am Inn aufeinanderprallen, sind genauso vielfältig, wie das Konfliktpotenzial, das daraus entstehen kann. Und das betrifft nicht nur den Biber. Auch die Freizeitgestaltung am Inn und die Ziele des Artenschutzes lassen sich nicht immer problemlos miteinander vereinbaren.

Artenschutz versus Naherholung

Sonnenbaden, Camping, Picknick und Raften – gerade an heißen Sommertagen werden die Inn-Ufer zum Hotspot für Touristen und Tagesausflügler. In Corona-Zeiten ist die Nachfrage nach schönen Plätzen in der Natur noch einmal deutlich angestiegen – zum Leidwesen einiger sensibler Arten, die ohnehin schon als gefährdet gelten. Denn die wenig verbliebenen Uferbereiche am Inn dienen vielen Vögeln und Insekten als wichtiger Lebensraum. Von April bis Juli legen beispielsweise die sogenannten Kiesbankbrüter an den Ufern und Inseln ihre Eier ab. Zu ihnen gehört auch der selten gewordene Flussuferläufer, der heute kaum noch Brutplätze am Inn vorfindet. Denn die wenig verbliebenen Plätze, die sich dafür eignen, sind oft einem hohen Störungsdruck durch den Menschen ausgesetzt. Dann werden die Nester von den Brutvögeln verlassen, oder versehentlich sogar kaputtgetreten.

Flussuferläufer

Flussuferläufer

Im Sinne des Artenschutzes wird deshalb häufig für Betretungsverbote plädiert, um den Bestand gefährdeter Arten zu sichern. Derartige Maßnahmen stoßen in der Bevölkerung dagegen meist auf wenig Verständnis. Erfolgreicher Artenschutz kann in besonders attraktiven und ebenso knappen Naherholungsräumen deshalb nur in Begleitung einer umfangreichen Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit funktionieren. Um einen achtsameren Umgang mit der Natur zu begünstigen, muss der Mensch die Problematik erst einmal verstehen, bevor er sein Verhalten ändern kann. Genauso wichtig dafür ist, dass der Menschen die Chance bekommt, die Natur zu erleben, um sie schätzen zu lernen. Im besten Fall erwachsen daraus Verständnis und Akzeptanz für notwendige Schutzmaßnahmen – selbst, wenn sie mit Einschränkungen verbunden sind.

So könnten alle profitieren

Der Inn kann also auch davon profitieren, wenn die lokale Bevölkerung ihn als Erholungsraum nutzt und schätzt. Aber damit diese Freizeitgestaltung nicht zu Lasten der Artenvielfalt geht, braucht es klare Spielregeln. Ein Beispiel dafür sind abgegrenzte Ruhezonen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr nicht betreten werden dürfen, damit sich seltene und bedrohte Arten am Inn ungestört fortpflanzen können. Werden derartige Maßnahmen zusätzlich durch eine Sensibilisierung der Bevölkerung begleitet, etwa in Form von lokalen Informationstafeln oder geeigneten Konzepten für BesucherInnenlenkung, können Naherholung und Artenschutz am Inn auch in Einklang miteinander gelingen. Denn der Inn ist für uns alle da – für Tiere, Pflanzen und den Menschen. Aus diesem Grund beschäftigt sich das INNsieme-Projekt auch mit der Frage, welche Maßnahmen den Störungsdruck auf Kiesbänke wirksam verringern können – ohne die Bevölkerung dabei in ihrem Bedürfnis nach Naherholung zu sehr einzuschränken.

Freizeit am Inn

Freizeit am Inn

Kurzfilm-Serie über den Inn

Der WWF Österreich hat im Rahmen des EU-Interreg-Projektes INNsieme eine Kurzfilm-Serie produziert, die in zehn Episoden die vielschichtigen Facetten des Alpenflusses für eine breite Zielgruppe aufbereitet: Von seinem wilden Ursprung in der Schweiz, seinen wenig verbliebenen Naturoasen, erfolgreichen Renaturierungen bis zu den harten Verbauungen durch Verkehrsnetze, Hochwasserschutz und Wasserkraft. Die wöchentliche Serie startete am 22. Juni 2021 auf dem Youtube-Kanal von WWF.at! Hier finden Sie alle Infos zum Artenschutzprojekt „INNsieme“:  www.innsieme.org

Weitere Episoden und den Video-Trailer finden Sie in der Übersicht zu unserer WWF-Kurzfilm-Serie über den Inn. Schauen Sie rein!

Veranstaltungs-Tipps 2021

Besuchen Sie auch eine unserer Veranstaltungen oder Mitmach-Aktionen rund um den Inn, wie den kleinen oder großen Flusserlebnistag für die ganze Familie oder eine unserer Aktionen beim Nature Film Festival Innsbruck im Oktober 2021. Hier finden Sie alle Infos zu unseren INNsieme-Veranstaltungen.

 

Tiger, Gorilla, Eisbär & Co brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. Unterstützen Sie uns dabei, faszinierende Lebewesen vor dem Aussterben zu bewahren und deren Lebensräume zu erhalten.

Tiger, Gorilla, Eisbär & Co brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. Unterstützen Sie uns dabei, faszinierende Lebewesen vor dem Aussterben zu bewahren und deren Lebensräume zu erhalten.

Tiger, Gorilla, Eisbär & Co brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. Unterstützen Sie uns dabei, faszinierende Lebewesen vor dem Aussterben zu bewahren und deren Lebensräume zu erhalten.

WWF-News per E-Mail

Im WWF-Newsletter informieren wir Sie laufend über aktuelle Projekte und Erfolge: Hier bestellen!

Rückfragen

Weitere Inhalte

Wissenswertes zum Thema

INNBewegung: Die Rückkehr des Bibers – Episode 7
Aliens am Inn! Auf Kriegsfuß mit dem Goldfisch - Episode 6
Bild der Woche: Die Rückkehr der Flussuferläufer
Der Inn: Zeit für einen Perspektivwechsel - Episode 9