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Breite Allianz für den Naturschutz im internationalen Jahr der Artenvielfalt
Wien, Markthof, 25. August 2010 – Zu einem Betriebsausflug der besonderen Art lädt das Lebensministerium seine Mitarbeiter im internationalen Jahr der Artenvielfalt: Gemeinsam mit vielfaltleben-Partnern, dem WWF und dem NATURSCHUTZBUND NÖ legen sie heute Vormittag bei einem Pflegeeinsatz für das Naturjuwel March-Thaya-Auen selbst tatkräftig Hand an: An einer Sandgrube nördlich der Gemeinde Markthof werden neue Brutplätze für Bienenfresser und Uferschwalben geschaffen. „Mit dieser Aktion für bedrohte Vogelarten wollen meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen, dass jede und jeder mit einfachen Mitteln etwas für den Schutz der Biodiversität tun kann“, erklärt Umweltminister Niki Berlakovich
vielfaltleben-Allianzpartner ziehen Zwischenbilanz
Mit Hilfe unterschiedlichster Partner aus dem Kreis der Wirtschaft, der Gemeinden und der Prominenz konnte seit dem Jahr 2009 vieles für den Biodiversitätsschutz der Marchregion erreicht werden. Im Rahmen der Naturschutzaktion dankt Niki Berlakovich heute den Vertretern dieser Partner für ihre Unterstützung und ihr Engagement.
Im Rahmen der Initative vielfaltleben werden folgende Aulebensräume gesichert bzw. Arten geschützt:
Auwälder: Bei Stillfried an der Mittleren March werden bis zum Jahresende Horstschutzzonen für gefährdete Greifvogelarten wie den Schwarz- oder Rotmilan eingerichtet. Zusätzlich werden zehn Hektar Altholzinseln, die für viele Lebewesen einen wichtigen Lebensraum darstellen, außer Nutzung genommen.
Artenschutzprojekte: Um die Lebensräume von Amphibien bzw. Urzeitkrebsen zu verbessern, wurden an der Langen Luss bei Marchegg Sutten – lang gezogene Wiesensenken, die früher Flussarme der March waren – vertieft und ausgemäht. Acht verschiedene Amphibienarten kehrten durch diese Maßnahme wieder an die Sutten zurück; darunter stark gefährdete wie der Moorfrosch und der Donau-Kammmolch.
Sonderstandort Silikat-Sandrasen: „Silikat-Sandrasen und Binnendünen sind als ganz besonderer Lebensraumtyp europaweit von Naturschutzbedeutung und kommen in Österreich nur in den March-Thaya-Auen vor“, erklärt Margit Gross, Geschäftsführerin des NATURSCHUTZBUND NÖ. Der NATURSCHUTZBUND NÖ sorgt für die Pflege von zehn Sandrasen-Flächen in verschiedenen Teilen der Marchregion und erhält so ihre typische Fauna und Flora.
Insgesamt beteiligen sich sieben Firmenpartner bwz. Grundbesitzer, zwei Gemeinden und drei Prominente am vielfaltleben-Programm für die Marchregion.
Es sind dies die Gutsverwaltung Sachsen-Coburg und Gotha, die Stiftung Fürst Liechtenstein, die Marchfeldschlösser Revitalierungs- und Betriebsges.m.b.H., die ÖBB Infrastruktur AG, das MARTHA-Forum, das Weinviertel Management, die Erdal GmbH. sowie die Gemeinden Marchegg und Engelhartstetten mit dem Ort Markthof.
Prominente Paten für bedrohte Arten der Marchauen sind Waris Dirie (Silbergras), Andreas Kofler (Seeadler) und Monika Langthaler (Asiatische Keiljungfer).
„Ich freue mich, meinen Beitrag für den Erhalt der faszinierenden Artenvielfalt der March-Thaya-Auen zu leisten – von den Kleinen wie der Asiatischen Keiljungfer oder dem Urzeitkrebs bis hin zum majestätischen Seeadler brauchen alle unseren Schutz!“, sagt brainbows-Geschäftsführerin und Libellen-Patin Monika Langthaler, stellvertretend für die zahlreichen Allianzpartner von vielfaltleben. Die March-Thaya-Auen wurden aufgrund ihres einzigartigen Artenreichtums zu einer der vier Schwerpunktregionen der Kampagne erklärt.
Aufwind für die „bunten Vögel“ der Marchregion
Der auffallend bunte Bienenfresser und die kleinste europäische Schwalbenart, die Uferschwalbe, sind in Österreich gefährdet, weil es kaum noch natürliche Flussufer mit Prallhängen gibt, in die sie mit Schnabel und Krallen ihre Bruthöhlen graben könnten.
Die Vögel sollen deshalb vorerst mit der heute abgestochenen Wand in der Markthofer Sandgrube als Sekundärlebensraum vorlieb nehmen. In diese senkrechte Wand graben die Vögel Röhren von bis zu eineinhalb Metern Länge und fünf Zentimetern Durchmesser, die am Ende mit einer Brutkammer versehen werden. „Wir hoffen, dass beide Vogelarten diese neue Kolonie annehmen und schon im nächsten Frühjahr besiedeln werden“, sagt Hildegard Aichberger vom WWF. „Langfristig muss jedoch die natürliche Flussdynamik wieder hergestellt werden, damit die Au ihre wichtige Funktion als Lebensraum bedrohter Arten behalten kann.“
Öko-Eldorado March-Thaya-Auen
Über 500 bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind an March und Thaya, der bedeutendsten Tiefflusslandschaft Österreichs, heimisch. Die unmittelbare Nachbarschaft unterschiedlichster Lebensraumtypen schafft hier eine besonders hohe Biodiversität auf engem Raum.
Rückfragehinweis:
Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01/48817231 ,
E-Mail: franko.petri@wwf.at
Hermann Muhr, Pressesprecher Umweltminister Berlakovich, Tel. 01/ 711 00- 6703, E-Mail: hermann.muhr@lebensminsterium.at
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