Bedrohung: Überfischung

Bedrohung: Überfischung

Die Ozeane erschienen lange Zeit unerschöpflich – eine Illusion, wie wir heute wissen. Riesige Fangflotten fischen die Meere leer. Jährlich holen sie 90 Millionen Tonnen Fisch aus den Ozeanen. Oft erfolgt die Ausbeutung illegal: Jeder vierte Fisch wird von „Piratenfischern“ gefangen. Die Folgen: Über 90% der weltweiten Fischbestände sind heute bis an ihre Grenzen oder darüber hinaus befischt. Besonders bedroht: z.B. Roter Tunfisch, Haie, Rochen, Schwertfisch, Petersfisch, Rotbarsch. Viele Bestände sind bereits massiv dezimiert, Ökosysteme durch schädliche Fangmethoden wie z.B. Grundschleppnetze teilweise stark zerstört.

Maßnahme I: Meereschutzgebiete errichten

Maßnahme I: Meereschutzgebiete errichten

Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas, MPAs) zählen zu den wirksamsten Methoden, um die Ozeane zu retten. Dort sind menschliche Eingriffe entweder ganz verboten oder streng reguliert.
Wir setzen uns für ein globales Netz von Schutzgebieten ein und liefern den politischen Entscheidungsträgern die wissenschaftlichen Argumente. Wir forschen und erstellen Expertisen, welche Gebiete unter Schutz gestellt werden sollen. Wir geben Empfehlungen für konkrete Schutzmaßnahmen. Und wir werden nicht müde, die Einhaltung der vereinbarten Richtlinien zu kontrollieren.

Auch im Notfall sind wir sofort vor Ort.

Auch im Notfall sind wir sofort vor Ort.

Und zwar rasch. So wie hier 2002 in Spanien nach der Öltanker-Katastrophe der Prestige. WWF-Mitarbeiter waren vor Ort, um die Küste vom hochgiftigen, klebrigen Schweröl zu befreien und ölverschmierte Vögel zu säubern.

Im Notfall muss es schnell gehen. Um noch Schlimmeres zu vermeiden und zu retten, was noch zu retten ist. Doch nicht nur Tempo ist bei derartigen Katastrophen gefragt, auch Kompetenz, Logistik – und Durchhaltevermögen. Es braucht endlich strengere Gesetze für Schrott-Tanker!

Der Weg dahin: die wichtigsten Gebiete identifizierene – April 2015

Der Weg dahin: die wichtigsten Gebiete identifizierene – April 2015

Wo genau verlaufen die Wanderrouten der Blauwale? Wo gebären sie ihren Nachwuchs? An welchen Stränden legen die Meeresschildkröten ihre Eier? Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, statten wir einzelne Tiere mit GPS-Sendern aus. Denn je mehr wir über ihr Verhalten wissen, desto effektiver können wir Schutzmaßnahmen planen.

Dieses Bild stammt aus dem Golf von Corcovado vor der chilenischen Küste. 2015 haben wir dort sieben Blauwale besendert, damit sie uns das eine oder andere Geheimnis über ihr Verhalten lüften. Das hilft festzulegen, welche menschlichen Aktivitäten zu welcher Jahreszeit in der neu geschaffenen Schutzzone erlaubt sein sollen.

Rundhaken sind nur EINE Möglichkeit.

Rundhaken sind nur EINE Möglichkeit.

Die Ideen, wie Beifang reduziert werden kann, sind vielfältig: akustische Signalgeber in Stellnetzen, die Wale und Delfine auf Abstand halten; Scheuchvorrichtungen für Seevögel an Langleinen; Notausgänge in Schleppnetzen, durch die Schildkröten und Meeressäuger wieder entkommen können. Der WWF fordert und fördert die Umrüstung auf solche Fangtechniken. Die Lösungen liegen teilweise schon parat – nun muss gehandelt werden!

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