Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
“Der Luchs verschwindet”: WWF schlägt mit Weihnachtskampagne Alarm für den Schutz der seltenen Katzenart

Eines der seltensten Wildtiere Österreichs droht regional zu verschwinden: der Luchs. Mit einer neuen Kampagne macht die Umweltschutzorganisation WWF Österreich jetzt auf den alarmierenden Zustand der streng geschützten Katze aufmerksam: „Derzeit leben nur rund 30 bis 35 Luchse in Österreich. Sie kommen in drei weit voneinander entfernten Regionen vor und können aufgrund der Isolation ihrer Lebensräume keine stabile Population aufbauen. Wenn wir nicht unmittelbar einlenken, stirbt der Luchs regional ein zweites Mal aus.“, erklärt die WWF-Biologin Magdalena Erich. Zwar konnten Luchse in Österreich seit den 1970er-Jahren vereinzelt wieder angesiedelt werden, aber die Anzahl bleibt bis heute sehr niedrig. Lebensraumzerstörung, Straßen und andere Verbauungen verhindern den Austausch zwischen den Beständen. Daher gibt es kaum Nachwuchs und genetische Verarmung durch Inzucht wird zu einem großen Problem. Hinzu kommt die anhaltende Wildtierkriminalität: „Luchse verschwinden immer wieder spurlos oder werden illegal abgeschossen. Bei einer so geringen Anzahl wirkt sich jeder einzelne Verlust negativ auf den Erhalt der ganzen Art aus”, sagt Erich vom WWF Österreich.
Der WWF ruft daher alle beteiligten Interessensgruppen dazu auf, ein umfassendes Schutz-Projekt zu starten, um die verbleibende Luchspopulation zu erhalten und zu stärken. „Es braucht entschlossenes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität sowie eine bessere Vernetzung der Lebensräume, um Wanderkorridore zu erhalten, die den Austausch zwischen den Individuen ermöglichen. Außerdem müssen weitere Luchse ausgewildert werden, um den wildlebenden Bestand zu stützen”, sagt Erich.
Bessere Vernetzung der Lebensräume für Arterhalt nötig
Aktuell existieren in Österreich nur drei kleine, voneinander isolierte Luchsvorkommen. Im Norden ist Österreich an der Böhmisch-Bayerisch-Österreichischen Population mit rund 20 bis 25 Tieren beteiligt. Besonders dramatisch ist die Lage in den Nördlichen Kalkalpen. Hier lebt nur ein kleiner Restbestand von etwa fünf bis sieben Individuen. Zudem gibt es als Folge der sich ausbreitenden Ostschweizer Population ein kleines Vorkommen in Vorarlberg. Doch: „Ohne Vernetzung der Lebensräume und ohne gezielte Maßnahmen zur Bestandsstützung können diese isolierten Gruppen keine gesunde, genetisch vielfältige Population entwickeln”, sagt Magdalena Erich vom WWF.
Die WWF-Weihnachtskampagne wird bis zum Jahresende auf Plakaten in ganz Österreich zu sehen sein. Informationen über die Luchs-Schutzarbeit des WWF – einschließlich der Möglichkeit einer Luchs-Patenschaft, mit der Projekte wie Monitoring, Besenderungen, Maßnahmen gegen Wildtierkriminalität und der Erhalt von Lebensräumen unterstützt werden – gibt es hier.
Bilder hier
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung








