Juli-Abflüsse an 90 Prozent der Pegel-Messstellen sehr niedrig – Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich besonders betroffen – WWF fordert mehr Gewässerschutz und Renaturierung
“Der Luchs verschwindet”: WWF schlägt mit Weihnachtskampagne Alarm für den Schutz der seltenen Katzenart
Eines der seltensten Wildtiere Österreichs droht regional zu verschwinden: der Luchs. Mit einer neuen Kampagne macht die Umweltschutzorganisation WWF Österreich jetzt auf den alarmierenden Zustand der streng geschützten Katze aufmerksam: „Derzeit leben nur rund 30 bis 35 Luchse in Österreich. Sie kommen in drei weit voneinander entfernten Regionen vor und können aufgrund der Isolation ihrer Lebensräume keine stabile Population aufbauen. Wenn wir nicht unmittelbar einlenken, stirbt der Luchs regional ein zweites Mal aus.“, erklärt die WWF-Biologin Magdalena Erich. Zwar konnten Luchse in Österreich seit den 1970er-Jahren vereinzelt wieder angesiedelt werden, aber die Anzahl bleibt bis heute sehr niedrig. Lebensraumzerstörung, Straßen und andere Verbauungen verhindern den Austausch zwischen den Beständen. Daher gibt es kaum Nachwuchs und genetische Verarmung durch Inzucht wird zu einem großen Problem. Hinzu kommt die anhaltende Wildtierkriminalität: „Luchse verschwinden immer wieder spurlos oder werden illegal abgeschossen. Bei einer so geringen Anzahl wirkt sich jeder einzelne Verlust negativ auf den Erhalt der ganzen Art aus”, sagt Erich vom WWF Österreich.
Der WWF ruft daher alle beteiligten Interessensgruppen dazu auf, ein umfassendes Schutz-Projekt zu starten, um die verbleibende Luchspopulation zu erhalten und zu stärken. „Es braucht entschlossenes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität sowie eine bessere Vernetzung der Lebensräume, um Wanderkorridore zu erhalten, die den Austausch zwischen den Individuen ermöglichen. Außerdem müssen weitere Luchse ausgewildert werden, um den wildlebenden Bestand zu stützen”, sagt Erich.
Bessere Vernetzung der Lebensräume für Arterhalt nötig
Aktuell existieren in Österreich nur drei kleine, voneinander isolierte Luchsvorkommen. Im Norden ist Österreich an der Böhmisch-Bayerisch-Österreichischen Population mit rund 20 bis 25 Tieren beteiligt. Besonders dramatisch ist die Lage in den Nördlichen Kalkalpen. Hier lebt nur ein kleiner Restbestand von etwa fünf bis sieben Individuen. Zudem gibt es als Folge der sich ausbreitenden Ostschweizer Population ein kleines Vorkommen in Vorarlberg. Doch: „Ohne Vernetzung der Lebensräume und ohne gezielte Maßnahmen zur Bestandsstützung können diese isolierten Gruppen keine gesunde, genetisch vielfältige Population entwickeln”, sagt Magdalena Erich vom WWF.
Die WWF-Weihnachtskampagne wird bis zum Jahresende auf Plakaten in ganz Österreich zu sehen sein. Informationen über die Luchs-Schutzarbeit des WWF – einschließlich der Möglichkeit einer Luchs-Patenschaft, mit der Projekte wie Monitoring, Besenderungen, Maßnahmen gegen Wildtierkriminalität und der Erhalt von Lebensräumen unterstützt werden – gibt es hier.
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