95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Earth Day: WWF fordert Ernährungswende zur Entlastung des Planeten
Anlässlich des morgigen weltweiten Aktionstags für Umwelt- und Klimaschutz, dem “Earth Day”, macht der WWF Österreich auf die große Chance einer Ernährungswende zur Entlastung des Planeten aufmerksam. “Unser derzeitiges Ernährungssystem ist für ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen und 80 Prozent der Entwaldung verantwortlich. Hinzu kommt ein massiver Flächen-, Wasser- und Energieverbrauch. Wir müssen unsere Ernährung nachhaltiger gestalten, um Klima und Natur langfristig zu schützen”, sagt Pegah Bayaty, Sprecherin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Der größte Hebel dafür ist eine deutliche Reduktion tierischer Lebensmittel, denn ihre Produktion sprengt die ökologischen Belastungsgrenzen derzeit um ein Vielfaches. So werden in Österreich derzeit pro Kopf durchschnittlich 59 Kilogramm Fleisch jährlich verzehrt – das ist drei Mal mehr als maximal vom Gesundheitsministerium empfohlen. “Österreich braucht dringend eine Ernährungswende – sowohl für eine gesunde Umwelt als auch für die Gesundheit der Menschen”, fordert Bayaty.
Wie so ein planetenfreundlicher Speiseplan konkret aussieht, zeigt der WWF anhand der “Ernährungspyramide 2.0” – einer Erweiterung der bestehenden österreichischen Ernährungsempfehlung. Demnach sollten für eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit möglichst geringen Folgen für die Umwelt um die Hälfte weniger Fleisch, Fisch und Eier und zwei Drittel weniger Milchprodukte konsumiert werden als derzeit empfohlen. Dafür mehr Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und pflanzliche Fette – um die Energie- und Eiweißversorgung auf dem Niveau der aktuellen Ernährungspyramide beizubehalten. “Durch eine Reduktion des Konsums tierischer Produkte, können wir bis zu 64 Prozent der Treibhausgas-Emissionen einsparen – das ist angesichts der Klimakrise eine regelrechte Superpower”, sagt Pegah Bayaty vom WWF Österreich.
Um die dringend nötige Ernährungswende in Österreich einzuleiten, fordert der WWF von der Politik fünf wesentliche Maßnahmen: Neben einer Reform der Ernährungspyramide durch das Gesundheitsministerium muss die regierende Politik die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zumindest halbieren, den Schutz wertvoller Böden vertraglich verankern um wertvolle Ackerflächen zu erhalten, Ernährungsbildung als Schulfach einführen und öko-sozial umsteuern – etwa durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Bilder, Grafiken und OTöne zum Download hier: https://wwf-bilder.px.media/share/1676543184N6TBb5q9lN4ZLp
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele










