Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
EU-Gipfel: WWF fordert wirksame Klimaschutz-Kriterien für Budget und Wiederaufbaufonds
Zumindest 50 Prozent des EU-Haushalts und des Wiederaufbau-Pakets müssen sowohl dem Klima als auch der Umwelt zugutekommen - Fossile Subventionen gehören überall ausgeschlossen

Brüssel, Wien, am 16. Juli 2020. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich fordert von den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union die Verankerung wirksamer Klima- und Umweltschutz-Vorgaben für das EU-Budget und den Corona-Wiederaufbaufonds. „Mehr Resilienz ist das Gebot der Stunde. Daher müssen die Staats- und Regierungschefs jetzt einen klima- und naturverträglichen Neustart einleiten. Ansonsten werden in den nächsten Jahren viele Milliarden falsch investiert werden“, sagt WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides im Vorfeld des EU-Gipfels. In einem ersten Schritt müssen daher zumindest 50 Prozent des EU-Haushalts und des Wiederaufbau-Pakets sowohl dem Klima als auch der Umwelt zugutekommen – und das verbindlich und kontrolliert. Zugleich gehören Subventionen für fossile Strukturen überall ausgeschlossen. Beide Forderungen stellt der WWF auch in einem aktuellen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler. „Europa ist sehr weit davon entfernt, den Pariser Klimavertrag und die Biodiversitätsziele zu erfüllen. Das sind aber zentrale Voraussetzungen, damit Wirtschaft und Gesellschaft langfristig krisensicher sind“, argumentiert Johanides.
Auf Initiative mehrerer Umweltschutzorganisationen, darunter auch der WWF, haben sich mehr als 1,3 Millionen Menschen in drei aktuellen Petitionen für einen mutigen grünen Aufschwung in Europa ausgesprochen. Laut WWF müssen die geplanten Konjunkturhilfen das Wohlergehen von Menschen, Natur und Klima in den Mittelpunkt stellen. “Damit könnte Europa nicht nur neue Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern schaffen, sondern auch künftige Bedrohungen besser bewältigen”, sagt Andrea Johanides. In diesem Sinne gehören auch Umwelt- und Sozialstandards deutlich gestärkt.
Auf ihrem Gipfeltreffen verhandeln die 27 EU-Mitgliedsländer über insgesamt 1,85 Billionen Euro – verteilt auf den siebenjährigen EU-Haushalt mit rund 1,1 Billionen Euro sowie den Corona-Wiederaufbaufonds mit 750 Milliarden Euro. Dass laut Aussagen von Ratspräsident Charles Michel “30 Prozent der Mittel für Projekte mit Bezug zum Klima” aufgewendet werden sollen, ist zwar ein Fortschritt, reicht aber bei weitem nicht aus. Besonders wichtig ist, das im European Green Deal verankerte „Do-no-harm-Prinzip“ konsequent anzuwenden.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation
Mobil: +43 664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen









