Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
EU-Renaturierungsgesetz: WWF-Appell vor entscheidender Abstimmung
Anlässlich der entscheidenden Abstimmung des Europäischen Parlaments am 12. Juli appelliert der WWF in einem Offenen Brief an alle österreichischen EU-Abgeordneten, für ein ambitioniertes EU-Renaturierungsgesetz zu stimmen. „Jede Stimme zählt. Die geplanten Schritte zur Wiederherstellung der Natur sind eine einzigartige Chance, um die Zwillingskrise aus Biodiversitätsverlust und Erderhitzung zu bekämpfen. Über 6.000 Stimmen aus der Wissenschaft sowie zahlreiche Unternehmen und Erneuerbare-Energie-Verbände unterstützen daher den Beschluss“, sagt WWF-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Johanides. Sie warnt eindringlich vor einem Scheitern des Gesetzes. „Das wäre fahrlässig und verantwortungslos. Denn damit würde eine europaweit akkordierte Rettung der Natur für Jahre auf Eis liegen, obwohl es um den Schutz unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen geht.“
Eine Mehrheit für das “Nature Restoration Law” wäre laut WWF ein äußerst positives Signal, dass der versprochene Green Deal weiterhin gilt und durch die Zusammenarbeit aller Institutionen mit Leben erfüllt wird. Dies würde zudem bedeuten, dass der Vorschlag der Europäischen Kommission in den Trilog-Verhandlungen konstruktiv verbessert werden kann. „Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Denn die Europäische Union hat sich nicht nur zum Pariser Klimavertrag bekannt, sondern auch zum Erfüllen des Weltnaturabkommens. Ohne Renaturierungen sind beide Ziele nicht erreichbar“, sagt Andrea Johanides vom WWF.
Intakte Flüsse, Moore, Wälder und Meere spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Klimas und sind für unser eigenes Überleben unerlässlich. Allerdings steht die Natur europaweit massiv unter Druck: In Österreich sind mehr als 80 Prozent der FFH-geschützten Arten und Lebensräume in keinem günstigen Erhaltungszustand. Der Flächenverbrauch liegt mit 12 Hektar pro Tag um fast das Fünffache über dem “Nachhaltigkeitsziel” von 2,5 Hektar pro Tag. Nur noch 14 Prozent der heimischen Flüsse sind in einem guten ökologischen Zustand, 90 Prozent der ursprünglichen Moorfläche sind bereits zerstört.
„Angesichts der Dimensionen dieser Probleme braucht es dringend europaweit akkordierte verbindliche Ziele und Maßnahmen. Insgesamt profitiert davon nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wirtschaft, die Landwirtschaft und unsere gesamte Gesellschaft. Wir sitzen hier alle im selben Boot“, sagt WWF-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Johanides. “Ohne intakte Ökosysteme gibt es keine fruchtbaren Böden, kein trinkbares Wasser, keine saubere Luft und kein lebenswertesKlima.”
Der WWF-Appell an die heimischen Europa-Abgeordneten ist unter diesem Link abrufbar.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert










