Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
„Fisch Marsch!“ an Rettenbach und Ischler Ache
Bad Ischl, 15. 1. 2009 – Um den in der Traun und Ischler Ache heimischen Fischarten ein Stück ihres ursprünglichen Lebensraumes zurück zu geben, wurden im Rahmen der Flussraumbetreuung Obere Traun dieser Tage zwei weitere Verbesserungen fertig gestellt. Eine „Fischtreppe“ im Mündungsbereich des Rettenbaches in die Traun ermöglicht Äschen, Bachforellen und Koppen wieder, in ihre ursprünglichen Laichgebiete hinauf zu wandern. Auch zwischen der Ischlmündung und dem ehemaligen Rechensteg wurden Barrieren entschärft. „Diese Maßnahmen sind ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer lebendigen Traun“, freut sich auch Flussraumbetreuer Leopold Feichtinger, der von WWF, Lebensministerium und Land OÖ gemeinsam eingesetzt ist. „Mit der Unterstützung von Partnern wie der Österreichischen Nationalbank und den Österreichischen Bundesforsten wird es wesentlich leichter, auch in Zukunft weitere Maßnahmen zu Verbesserung der Lebensräume der Traun zu realisieren“ ist Wilhelm Laimer, Leiter des Gewässerbezirks Gmunden zuversichtlich.
Freie Fließstrecken an Flüssen, die heimischen Fischarten eine natürliche Vermehrung ermöglichten, sind heute selten geworden. Zahlreiche Flussfischarten können nicht mehr zum Laichen flussaufwärts ziehen, da Hochwasserschutzverbauungen eine unüberwindbare Barriere bilden. Deshalb muss vielerorts auf kostspieligen künstlichen Besatz zurückgegriffen werden.
Damit Fische ihre ehemaligen Wanderrouten wieder aufnehmen und zum Ablaichen stromaufwärts in die Mündungen ziehen können, waren im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts (GBK) für die Obere Traun in den letzten Monaten die Bagger am Werk: Mittels Auf- und Vorschüttungen an der Ischler Ache und der Errichtung einer Fischwanderhilfe am Rettenbach wurde Abhilfe geschaffen. Von den verbesserten Lebensraumstrukturen profitieren sowohl Fische als auch wandernde Kleinlebewesen und „Fischnährtiere“ wie Eintags- oder Steinfliegenlarven. Auch bedrohte Arten wie der Eisvogel sind Nutznießer des verbesserten Ökosystems.
Die Baumaßnahmen an der Traun stehen im Einklang mit den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die vorschreibt, die heimischen Fließgewässer bis 2015 wieder in einen „guten ökologischen Zustand“ zu führen. Darunter ist nicht nur die – in Österreich durchwegs gute – Wasserqualität zu verstehen, sondern auch die Struktur von Flüssen. Aufgrund der zahlreichen harten Flussverbauungen in Österreich, etwa für Wasserkraftanlagen, gelten jedoch nur noch sechs Prozent der heimischen Flüsse als ökologisch intakt. Im Rahmen des GBK soll deshalb, für mehr Lebendigkeit, Durchgängigkeit und somit Natürlichkeit an der Traun gesorgt werden.
Fakten Rettenbach:
Bauzeit 13.10. bis 17.12.2008
Kosten 76.000 €
Beckenanzahl 12 Stück
Beckentiefe 0,5-0,7 Meter
Wasserspiegelhöhenunterschied 0,15 Meter
Fakten Ischl:
von Fluss-Kilometer 0,25-0,54
Bauzeit 3.11.bis 27.11.2008
Kosten 25.000 €
Stufenanzahl 5 Stück
Beckenanzahl 2-3 Stück/ Stufe
Beckentiefe 0,5 Meter
Wasserspiegelhöhenunterschied 0,15 Meter
Rückfragehinweis und Fotos:
Leopold Feichtinger, Flussraumbetreuer Obere Traun, Tel. 01/488 17 219
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250
Weitere Informationen siehe www.wwf.at/traun
Die Flussraumbetreuung Obere Traun bedankt sich bei der Österreichischen Nationalbank und der ÖBf-AG für die Unterstützung im Rahmen der Fischwanderhilfe Rettenbach.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern
WWF kritisiert lückenhaftes Umweltbudget
Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein













