Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
St. Pölten/Wien, am 16. Juli 2026 – In der Ybbs sind während der jüngsten Hitzeperiode mehrere Exemplare des stark gefährdeten Huchens verendet, informiert die Naturschutzorganisation WWF. Aktuelle Fotos zeigen zudem rund 20 Huchen, die sich unterhalb eines Kraftwerks sammeln und offenbar flussaufwärts in kühlere Gewässerabschnitte ausweichen wollen. Fehlende oder unzureichende Fischaufstiege versperren ihnen jedoch den Weg. „Die Bilder aus der Ybbs zeigen eine gefährliche Kombination aus Hitze und verbauten Wanderwegen. Fische müssen in kühlere und sauerstoffreichere Flussabschnitte ausweichen können. Kraftwerksbarrieren können in solchen Situationen zur tödlichen Falle werden“, sagt WWF-Gewässerschutz-Expertin Marie Pfeiffer.
Der WWF fordert eine rasche Überprüfung aller Kraftwerksanlagen auf ihre ökologische Durchgängigkeit. Bestehende Fischaufstiege müssen nachweislich für den Huchen und andere heimische Fischarten funktionieren, fehlende Wanderhilfen rasch errichtet werden. Besonders wichtig sind durchgängige Verbindungen zu kühlen Zuflüssen, tiefen Flussbereichen (sogenannten Kolken) und strukturreichen Rückzugsräumen. „Je stärker sich die Flüsse erwärmen, desto wichtiger werden vernetzte Lebensräume. Durchgängigkeit ist längst eine zentrale Voraussetzung dafür, dass hitzeempfindliche Arten überleben können“, sagt Pfeiffer.
Neben akuten Maßnahmen braucht die Ybbs ein umfassendes Sanierungsprogramm. Dazu zählen ausreichend Wasser im Fluss, funktionsfähige Fischwanderhilfen, naturnahe Ufer, Beschattung durch Gehölze sowie die Wiederherstellung kühler Nebenarme und Zuflüsse. Die Wasserrahmenrichtlinie und die EU-Renaturierungsverordnung geben dafür einen klaren Rahmen vor. Der WWF fordert, jene Gewässerabschnitte vorrangig zu sanieren, in denen stark gefährdete Arten wie der Huchen noch vorkommen, oder die ein potenzieller Lebensraum für sie sind. Nach den jüngsten Todesfällen in der Pielach zeigt nun auch die Ybbs, wie dringend Österreich seine letzten Huchenflüsse widerstandsfähiger gegen Hitze machen muss.
Über den Huchen: Wanderfreudig, aber stark gefährdet
Der Huchen gilt als König der heimischen Fische: bis zu 1,5 Meter groß, kraftvoll und wanderfreudig, aber heute stark gefährdet. Der seltene Donaulachs braucht kühle, sauerstoffreiche und naturnahe Flüsse mit Kiesbänken, tiefen Kolken und freier Durchgängigkeit, um zu laichen und stabile Bestände aufzubauen. Sein Rückgang zeigt, wie stark Österreichs Gewässer durch Verbauung, Restwasserstrecken, Wasserkraft, Erwärmung und fehlende Flussdynamik unter Druck stehen. Für den WWF ist der Huchen daher ein Gradmesser für den Zustand unserer Flüsse. Wo der Huchen wieder leben kann, profitieren viele weitere Arten und auch der Mensch durch lebendige und widerstandsfähige Gewässer.
Bilder vom Huchensterben in der Ybbs zur redaktionellen Verwendung hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung










