Umweltschutzorganisation warnt vor Freibrief für fossile Geschäftsmodelle – Vorrang für Emissionsvermeidung – Strenge Grenzen bei geplanter Öffnung für CO₂-Speicherung
Klimakrise offenbart Grenzen der Wasserkraft: WWF fordert vielfältigen Energiemix statt weiterer Flussverbauung
Wien, am 6. August 2026 – Die anhaltenden Hitzewellen und die zunehmende Trockenheit legen die Schwachstellen der Wasserkraft in Österreich offen: Niedrige Pegelstände reduzieren die Stromproduktion vieler Kraftwerke um bis zu 50 Prozent und verschärfen gleichzeitig den Druck auf heimische Flüsse als Lebensadern. Für den WWF Österreich ist daher klar: Die Energieversorgung der Zukunft muss breiter aufgestellt werden, anstatt sich auf eine einzelne Technologie zu verlassen. „Die Klimakrise zeigt, dass wir unsere Energieversorgung widerstandsfähiger und naturverträglicher gestalten müssen. Immer häufiger führen langanhaltende Trockenperioden und Niederwasser dazu, dass Wasserkraftwerke abgeschaltet werden müssen“, sagt Marie Pfeiffer, Gewässerschutz-Expertin des WWF Österreich. Gleichzeitig würden zusätzliche Kleinkraftwerke die letzten naturnahen Flüsse weiter verbauen, ohne einen relevanten Beitrag zur Energiewende zu liefern: „96 Prozent der Anlagen liefern nur 13 Prozent der jährlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft. Das steht in keinem angemessenen Verhältnis zu den Schäden für Natur und Biodiversität”, sagt Pfeiffer.
Für eine naturverträgliche und nachhaltige Energiewende fordert der WWF daher Diversifizierung des Erneuerbaren-Ausbaus: Statt weiterer Flussverbauung braucht es neben der Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen und dem Ausbau dezentraler Speicherlösungen einen vielfältigen Mix mit Photovoltaik und Windkraft. Dabei sollten bereits verbaute Flächen, wie Parkplätze oder Dächer, als Standorte priorisiert werden. „Die Energiewende darf nicht auf Kosten der letzten intakten Flüsse stattfinden. Klima- und Naturschutz sind keine Gegensätze – sie müssen gemeinsam gedacht werden. Wer unsere Energieversorgung langfristig absichern will, muss intakte Natur als Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise erkennen, statt die letzten frei fließenden Flüsse zu opfern”, sagt Marie Pfeiffer vom WWF Österreich.
Österreich zählt bereits heute zu den Ländern mit der höchsten Wasserkraftnutzung Europas. Gleichzeitig sind nur noch 14 Prozent der Flüsse ökologisch intakt. Naturnahe Flüsse sind daher besonders schützenswert. Denn sie erfüllen eine zentrale Funktion für den Hochwasserschutz, die Grundwasserbildung sowie als Rückzugsräume für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Jede weitere Verbauung erschwert die Anpassung an die Folgen der Klimakrise und gefährdet die heimische Artenvielfalt.
Bilder von WWF-Expertin Marie Pfeiffer sind hier abrufbar.
News
Aktuelle Beiträge
Finale bei Österreichs Flusswahl: Noch bis 1. September abstimmen
Neun Flüsse aus allen Bundesländern stehen zur Wahl – Extreme Trockenheit und Hitze setzen Gewässer und Fische unter Druck – WWF ruft zu starkem Zeichen für lebendige Flüsse auf
WWF-Erfolg: Brutflöße sorgen für Jungvogel-Boom an der March
Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!
600 Tötungen pro Jahr: WWF kritisiert geplante Biber-Verordnung in Niederösterreich
Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
Klimagesetz: WWF begrüßt Klimaneutralität 2040, kritisiert fehlende Verbindlichkeit
Umweltschutzorganisation fordert ambitionierten und verbindlichen Klimafahrplan, andernfalls droht Etikettenschwindel – Fokus auf natürlichen Klimaschutz und Renaturierung gefordert
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht








