Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Neue WWF-Umfrage: 86 Prozent verlangen strengere Gesetze gegen den Flächenfraß
Natur statt Beton: WWF fordert Bodenschutz-Vertrag für Österreich – Tagtäglich werden 13 Hektar neu verbaut – Flächenfraß befeuert Artensterben und Klimakrise
Wien, am 4. September 2020. In einer aktuellen market-Umfrage im Auftrag des WWF Österreich verlangen 86 Prozent der Befragten strengere Gesetze und Maßnahmen gegen die Verbauung der Landschaft und den Flächenverbrauch. Insgesamt 87 Prozent sind dafür, dass bei der Genehmigung von Infrastrukturprojekten strenger auf die Natur geachtet wird. Anlässlich dieses klaren Handlungsauftrags der Bevölkerung an die Politik fordert der WWF einen Bodenschutz-Vertrag gegen den unkontrollierten Flächenfraß. „Österreich liegt beim Bodenverbrauch im internationalen Spitzenfeld. Tagtäglich verlieren wir im Schnitt 13 Hektar Boden, das befeuert sowohl das Artensterben als auch die Klimakrise. Zusätzlich leiden unsere Gesundheit und unsere Ernährungssicherheit, wenn Österreich weiter so zubetoniert wird“, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons.
„Die Menschen spüren den hohen Bodenverbrauch bereits sehr stark in ihrem eigenen Umfeld und wollen dafür konkrete Lösungen“, sagt market-Studienleiterin Birgit Starmayr zu den Ergebnissen der repräsentativen Erhebung mit 1.008 Befragten. 76 Prozent kritisieren, dass die Politik zu wenig gegen den Flächenverbrauch tut. 73 Prozent orten deutlich zu viel Neuverbauung in der unmittelbaren Wohnumgebung. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) sieht Erholungsgebiete im eigenen Bundesland vom Flächenfraß bedroht. „Der Naturschutz muss in Zukunft einen weit höheren Stellenwert haben. Zusätzlich braucht es eine Reform der Raumordnung und des Steuersystems mit dem Ziel, Flächen zu sparen und somit die wichtigen biologischen Funktionen gesunder Böden zu erhalten“, fordert WWF-Expertin Hanna Simons.

Natur statt Beton: WWF startet Petition gegen Flächenfraß.
Unter dem Motto „Natur statt Beton“ startet der WWF eine Petition gegen den Flächenfraß und fordert darin einen Bodenschutz-Vertrag, den die Bundesregierung mit Ländern und Gemeinden vereinbart, um den Bodenverbrauch auf maximal einen Hektar pro Tag zu reduzieren. Besonders gefordert sind Bundeskanzler Sebastian Kurz, Umweltministerin Lenore Gewessler und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. „Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan gegen den Bodenverbrauch versprochen und muss dafür strukturell wirksame Maßnahmen liefern. Das ist gerade jetzt wichtig, denn der Neustart nach der Coronakrise darf nicht zur rücksichtslosen Verbauung Österreichs missbraucht werden“, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons.

Seit Jahren wächst der Flächenfraß schneller als die Bevölkerung. Defizite in der Raumplanung, in der Wirtschaftspolitik und im Steuersystem befeuern die Zersiedelung des Landes. Alljährlich fließen bis zu fünf Milliarden Euro in umweltschädliche Subventionen, während sich Österreich eines der dichtesten Straßennetze Europas leistet. Der mit all diesen Faktoren verbundene Verlust an Lebensräumen gefährdet das heimische Naturerbe: Jede dritte Tier- und Pflanzenart steht bereits auf der „Roten Liste“, nur noch 15 Prozent der Flüsse können frei fließen.
Was oft vergessen wird: unsere Ernährung hängt genauso von intakten, fruchtbaren Böden ab wie unser Zugang zu Trinkwasser, zu sauberer Luft, zur Abkühlung im Sommer sowie zum Schutz vor Naturkatastrophen. „Durch den hohen Bodenverbrauch sind viele dieser natürlichen Leistungen schon jetzt massiv eingeschränkt. Daher können wir uns keine weitere Verschwendung leisten und müssen den Bodenverbrauch massiv reduzieren“, sagt Hanna Simons vom WWF Österreich.
Die Petition „Natur statt Beton. Stoppt die Verbauung Österreichs!“ kann online unterzeichnet werden unter: www.natur-statt-beton.at/petition

Kontakt für Rückfragen:
Vincent Sufiyan
Pressesprecher WWF Österreich
Tel.: 0676 834 88 308
E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
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