WWF kritisiert EU-rechtswidrige Verordnungen und ausgehebelte Einzelfallprüfungen – Tötungen können zwei Jahrgänge von Jungtieren treffen – Vorrang für Prävention gefordert
Neue Zahlen: Bodenverbrauch weit über „Nachhaltigkeitsziel“ der Politik
Anlässlich der am Montag von der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) veröffentlichten Daten zum Bodenverbrauch fordert die Naturschutzorganisation WWF ein „schärferes Vorgehen gegen den Flächenfraß“. Mit umgerechnet rund 6,5 Hektar pro Tag liegt der Bodenverbrauch weit mehr als doppelt so hoch wie das im Regierungsprogramm bekräftigte und seit über 20 Jahren versprochene Ziel von 2,5 Hektar pro Tag. „Die neue Methode misst Verbrauch und Versiegelung genauer als bisher und bestätigt, dass der Flächenfraß viel zu hoch ist. Die Zeit des Schönfärbens, der Ausreden und des Abwartens sollte daher endlich vorbei sein“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.
Zwischen 2022 und 2025 hat die in Anspruch genommene Fläche laut ÖROK um weitere 71 Quadratkilometer zugenommen. „Österreich geht immer noch sehr verschwenderisch mit den verfügbaren Böden um, obwohl es aufgrund seiner alpinen Topographie besonders sparsam sein müsste. Daher braucht es endlich strukturell wirksame Maßnahmen, kein weiter wie bisher“, sagt Simon Pories vom WWF.
Der WWF fordert von Bund und Ländern einen Bodenschutz-Vertrag, der eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch festlegt und die Raumplanung ökologisiert. Zudem sollte die Politik das Steuersystem -Stichwort Kommunalsteuer – flächensparend ausrichten und umweltschädliche Subventionen abbauen.
Verbraucht und versiegelt
Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch, auch als „Flächeninanspruchnahme“ bezeichnet, als den „Verlust biologisch produktiven Bodens durch Verbauung und Versiegelung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch durch Veränderung für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Betriebsanlagen und ähnliche Intensivnutzungen”. Verbrauchte Böden können folglich keine natürlichen Lebensräume mehr bilden und nicht mehr für Land- und/oder Forstwirtschaft genutzt werden. Die neuen Daten, die vom Umweltbundesamt im Auftrag der ÖROK erhoben wurden, zeigen die Entwicklung von Bodenverbrauch und -versiegelung im dreijährigen Zeitraum von der Jahresmitte 2022 bis zur Jahresmitte 2025.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur UVP-Novelle: Umweltprüfung für Rechenzentren muss strenger werden
Aufnahme ins UVP-Gesetz positiver erster Schritt – WWF fordert niedrigere Schwellenwerte für UVP-Pflicht – In schutzwürdigen Gebieten ist geplanter Wert zehn Mal höher als ökologisch vertretbar
147 Jungvögel: Nachwuchsrekord bei Marchegger Weißstörchen
Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.










