Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
Ölkatastrophe auf Mauritius: WWF fordert mehr Kontrolle auf den Meeren und Aus für Schweröl
Tausende Tonnen Schweröl belasten artenreiches Korallenriff im indischen Ozean – Behörden sehen bisher größte Umweltkatastrophe – WWF fordert erhöhte Sicherheitsstandards in der Schifffahrt und Ausstieg aus Schweröl
Wien, 12. August 2020. Türkises Wasser, weiße Strände, bunte Korallen. All das ist Mauritius seit dem verheerenden Unfall des japanischen Tankers „Wakashio“ vor rund zwei Wochen nicht mehr. Tausende Tonnen giftiges, schwarzes Schweröl flossen seither in das Naturparadies und sorgten für die schlimmste Umweltkatastrophe in der Geschichte des Inselstaats. Das Öl ist ausgerechnet in der Nähe eines geschützten Korallen-Atolls sowie von zwei UNESCO-Feuchtgebieten ausgelaufen und bedroht dort außerordentlich vielfältige Korallenriffe, und komplexe Lebensgemeinschaften von Mangroven und Seegras in Lagunen und an Stränden. „Es ist ein absolutes Desaster. Zum wiederholen Mal zerstört toxisches Schweröl aus einem Schiffstank extrem wertvolle Lebensräume. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar. Feststeht, dass einmal mehr unzählige Lebewesen völlig unnötigerweise den Tod im Öl finden“, klagt Axel Hein, Meeresexperte beim WWF Österreich.
Die Naturschutzorganisation fordert daher einen Mindestabstand von Frachtschiffen zu Orten hoher Biodiversität und eine Ausweitung sowie die rigorose internationale Kontrolle der Einhaltung von Meeresschutzgebieten. Um ähnliche Katastrophen künftig effektiv zu verhindern, braucht es laut WWF einen konsequenten Ölausstieg auf allen Ebenen. Das betrifft auch eine nachhaltige Wende im Schiffsverkehr.
Es ist nicht das erste Mal, dass aufgrund von Nachlässigkeiten bei Frachtschiffen marine Ökosysteme achtlos gefährdet werden. Allein durch ihren Treibstoff stellen sie für die Ozeane eine tickende Zeitbombe dar: „Es kommt immer wieder zu Havarien. Wie im Fall der ‚Wakashio‘ geht es oft nicht um die Fracht an sich, sondern den Treibstofftank, der tonnenweise mit giftigem Schweröl gefüllt ist. Das Auslaufen von desaströsen Mengen in unsere Ozeane gefährdet Tiere und menschliche Existenzen“, sagt Hein. „Die internationale Schifffahrt muss endlich auf billiges Schweröl als Treibstoff verzichten. Ein gänzlicher Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist die beste Lösung, um solche Naturkatastrophen zu verhindern.“
Mit internationaler Hilfe von Seiten Frankreichs und der Vereinten Nationen konnte der restliche Treibstoff inzwischen aus dem Tank des Schiffes gepumpt werden, der Schaden an der Natur ist jedoch bereits angerichtet. Die Inselbewohner kämpfen weiter rastlos gegen das klebrige Gift, das auf die Küsten trifft, bevor es langsam zu Boden sinkt und die dort lebenden Korallen und Meeresbewohner erstickt – mit desaströsen Auswirkungen auf die Fischerei, von der viele Menschen auf der Insel leben. Dieser vermeidbare Unfall wird noch lange Auswirkungen auf die kritischen Ökosysteme der Küsten von Mauritius haben und damit auf die Lebensgrundlagen der Mauritianer.
Für Rückfragen:
Alexa Lutteri, MA, BSc
Pressesprecherin WWF Österreich
alexa.lutteri@wwf.at
067683488240
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern










