EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Refugium von Storch, Seeadler und Co muss gesichert werden!
WWF und das MARTHA-Forum schlagen Alarm: Die wegen ihrer außergewöhnlichen Artenvielfalt 2007 international zum trilateralen RAMSAR-Gebiet erklärte Flusslandschaft der Donau-March-Thaya Auen ist noch immer nicht ausreichend vor Zerstörung geschützt. „Ohne eine kontinuierliche Betreuung vor Ort und eine naturschutzkonforme Pflege der Landschaft kann der Verlust der Vielfalt nicht gestoppt werden“, ist Bernhard Kohler, Leiter des WWF Ostösterreich Programms überzeugt. „Die March-Thaya Auen sind in punkto Betreuung einer der letzten ‚weißen Flecken’ auf der Österreich-Karte mit Schutzgebieten von internationaler Bedeutung.“ Das Land Niederösterreich und das Lebensministerium müssen endlich handeln, damit die einzigartige Vielfalt der March-Thaya Auen für die Zukunft gesichert bleibt.
Noch beherbergen die March-Thaya Auen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt: Der scheue Schwarzstorch, der imposante Seeadler, die seltene Flussseeschwalbe und 300 weitere teils stark gefährdete Vogelarten sind auf die Augewässer als Lebensraum oder als Rastplatz auf ihrem Zug angewiesen. Auf blütenreichen Wiesen stehen Pflanzenjuwele wie die Hügel-Nelke– eine von 10 Pflanzenarten die Österreich weit nur in diesen Auen mitten im „Grünen Herzen“ Europas vorkommen.
Das RAMSAR-Gebiet auf dem Papier schützt vor Zerstörung nicht
Die Donau-March-Thaya Auen sind ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und wurden deshalb 2007 als trilaterales RAMSAR-Gebiet ausgewiesen. Doch während die Donau-Auen als Nationalpark mit einer eigenen Verwaltung gesichert sind, fehlt den March-Thaya Auen nach wie vor ein angemessener Schutzstatus und eine wirksame Schutzgebietsbetreuung. Das MARTHA-Forum fordert deshalb die dringend notwendige Einrichtung einer effizienten Schutzgebietsbetreuung für die österreichischen March-Thaya Auen. In der Slowakei und in Tschechien sind bereits solche Gebietsverwaltungen installiert.
Gefahr durch intensive Landnutzung, Biomasseboom und Flussregulierungen
Die ehemals ausgedehnten und traditionell nachhaltig genutzten Wiesenflächen der March-Thaya Region sind in den letzten 50 Jahren immer mehr geschrumpft. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Hunger nach schnellwüchsigen Energiehölzern geht ein massiver Verlust an biologischer Vielfalt einher. An die Stelle abwechslungsreicher Wiesen treten vielerorts monotone und flurbereinigte Agrarlandschaften. Zahlreichen ökologisch sensiblen Arten wie der Uferschnepfe oder der Sumpfgladiole wurde dadurch bereits der Garaus gemacht. Durch die Regulierung von March und Thaya wiederum kommt es zu einem schleichenden Verschwinden der letzten intakten, dynamischen Auwälder und -gewässer, die zudem einer intensivierten forstlichen Nutzung unterliegen. Das MARTHA-Forum fordert eine Trendumkehr: Renaturierung der beiden Flüsse und eine bessere Anpassung der Landnutzung an das Überschwemmungs-Regime.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 – 250
Das MARTHA-Forum ist ein Zusammenschluss von Auring, Birdlife, Distelverein, Naturschutzbund NÖ und WWF, sowie von WissenschaftlerInnen und Freunden der March-Thaya Auen. Die unabhängige Plattform hat sich das Ziel gesetzt, die einzigartige Flusslandschaft im Herzen Europas nachhaltig zu sichern.
Wir danken den Österreichischen Lotterien für die großzügige Unterstützung unseres Flussprogramms!
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