Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Regierungsprogramm: WWF fordert starkes Bodenschutz-Kapitel
Anlässlich der Gespräche über eine neue Bundesregierung fordert die Umweltschutzorganisation WWF gemeinsam mit der Raumplanungsexpertin Gerlind Weber die Verankerung eines starken Bodenschutz-Pakets im künftigen Koalitionspakt. Besonders wichtig seien eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch, Reformen im Steuersystem und eine Naturschutz-Offensive. “Österreich verliert immer mehr wertvolle Böden. Der hohe Bodenverbrauch verstärkt die Klimakrise und den Verlust der Artenvielfalt. Daher sollte die künftige Bundesregierung einen Bodenschutz-Vertrag mit den Ländern vereinbaren”, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories anlässlich der Vorlage einer elf Punkte umfassenden “To-Do-Liste” für die neue Bundesregierung. Dabei gehe es um “wirksame Maßnahmen anstelle weiterer Papiertiger”. Denn seit die Politik 2002 ein “Nachhaltigkeitsziel” versprochen hat, wird es jedes Jahr verfehlt – insgesamt um mehr als 100.000 Hektar bisher. Zum Vergleich: Das entspricht umgerechnet der Fläche aller neun Landeshauptstädte zusammen. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Schnitt 12,1 Hektar pro Tag verbraucht und somit fast fünf Mal mehr als die bisher versprochene Maximalgrenze von 2,5 Hektar.
Raumplanungsexpertin Gerlind Weber kritisiert die “verschwenderische Versiegelung der Böden” in Österreich. “Gerade unter dem Eindruck der jüngsten Hitzerekorde und der desaströsen Hochwässer dieses Jahres muss der Bodenschutz als eine wichtige Vermeidungsstrategie für mehr Zukunftsfestigkeit eingesetzt werden”, fordert Weber. “Dafür müssen einerseits die inneren Nutzungspotenziale wie Nachverdichtungen, Leerstandsnutzungen und Gebäudesanierungen gehoben und anderseits die Zugriffe auf die ‘grüne Wiese’ beendet werden. So ist die neue Bundesregierung aufgerufen, die Finanzströme so zu ordnen, dass sich eine flächenschonende Innenentwicklung im Vergleich zur bodenzehrenden Außenentwicklung ökonomisch viel lohnender darstellt”, sagt Weber. Weiters fordert Weber eine Aufwertung der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK), um eine österreichweite Koordination von Zielen und Maßnahmen zu gewährleisten.
“Doppeltes Risiko” für Österreich
“An jedem Tag, an dem nicht gehandelt wird, gehen weitere fruchtbare Acker- und Biodiversitätsflächen für immer verloren. Das erzeugt ein doppeltes Risiko: Zum einen für unsere eigenständige Lebensmittelversorgung, zum anderen für den Krisenschutz und damit für die langfristige Sicherheit des Landes”, sagt Simon Pories vom WWF. Es brauche daher verbindlichen Bodenschutz und ein gut geplantes Renaturierungs-Programm. Denn je mehr Boden versiegelt wird, desto größer wird auch das Risiko bei Extremwetter-Ereignissen, die mit der Klimakrise tendenziell häufiger und stärker werden.
Darüber hinaus fordert der WWF einen Abbauplan für umweltschädliche Subventionen, Reformen im Finanzausgleich und den Stopp neuer Autobahn- und Schnellstraßenprojekte, weil Österreich bereits über ein extrem dichtes Straßennetz verfügt. “Neue Straßen führen zu mehr Verkehr und Transit. Das ist wissenschaftlich längst belegt, daher ist kein Platz mehr für weitere Irrwege”, sagt Expertin Gerlind Weber.
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung








