WWF kritisiert EU-rechtswidrige Verordnungen und ausgehebelte Einzelfallprüfungen – Tötungen können zwei Jahrgänge von Jungtieren treffen – Vorrang für Prävention gefordert
Rekord-Beteiligung: Mehr als eine Million Menschen fordern starkes EU-Gesetz gegen Entwaldung
Bisher höchste Unterstützung einer EU-Konsultation zu Umweltfragen – Rodungsfreie Lieferketten gefordert: In der EU dürfen in Zukunft keine Produkte mehr verkauft werden, die zur Zerstörung von Regenwäldern und weiteren Ökosystemen beitragen
Brüssel/Wien, am 14. Dezember 2020. Es ist die bisher erfolgreichste EU-Konsultation zu Umweltfragen und die zweithöchste Beteiligung überhaupt: Die von einer Umwelt-Allianz gestartete Initiative für ein starkes EU-Waldschutzgesetz hat binnen weniger Monate fast 1,2 Millionen Unterschriften gesammelt, wie die Naturschutzorganisation WWF anlässlich der kürzlich beendeten Konsultationsphase der EU-Kommission mitteilt. Im Kern geht es bei der #Together4Forests-Initiative um die Forderung nach einem wirksamen EU-Gesetz für rodungsfreie Lieferketten. „Die Politik muss die vielen Stimmen ernst nehmen. In der EU dürfen in Zukunft keine Produkte mehr verkauft werden, die woanders zur Abholzung der Regenwälder beitragen – weder durch absichtliche Naturzerstörung noch durch Menschenrechtsverletzungen“, sagt Ernährungsexpertin Hannah-Heidi-Schindler vom WWF Österreich.
Die europaweit registrierten 1.193.652 Unterschriften werden heute an Kommissions-Vize-Präsident Frans Timmermans sowie Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius übergeben. Der WWF sieht 2021 sowohl die EU-Kommission als auch die EU-Mitgliedsländer gefordert, wirksame gesetzliche Vorschläge auf den Weg zu bringen. „Mehr als zehn Prozent der in der EU gehandelten Produkte wie Fleisch, Soja für Futtermittel, Palmöl, Kaffee und Kakao tragen weltweit zur Entwaldung der Tropen bei. Damit befeuert Europa indirekt sowohl die Klimakrise als auch das Artensterben“, kritisiert Hannah-Heidi Schindler. Allein von 2015 bis 2020 sind laut FAO pro Jahr weltweit zehn Millionen Hektar aufgrund von Entwaldung verloren gegangen.
“Sowohl die Politik als auch die Wirtschaft sind massiv gefordert. Produkte, die mit der Entwaldung und ihren Folgen verbunden sind, dürfen gar nicht erst in die Regale kommen“, sagt Hannah-Heidi Schindler, WWF-Expertin für nachhaltige Ernährung.
Die offizielle Übergabe der #Together4-Forests-Unterschriften findet am Montagnachmittag im Zuge eines Online-Events statt. Nähere Informationen dazu gibt es unter diesem Link: https://together4forests.eu/news-resources/latest-news
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation WWF Österreich
Tel.: +43 664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur UVP-Novelle: Umweltprüfung für Rechenzentren muss strenger werden
Aufnahme ins UVP-Gesetz positiver erster Schritt – WWF fordert niedrigere Schwellenwerte für UVP-Pflicht – In schutzwürdigen Gebieten ist geplanter Wert zehn Mal höher als ökologisch vertretbar
147 Jungvögel: Nachwuchsrekord bei Marchegger Weißstörchen
Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.










