Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
Rekord: Junger Nationalpark-Seeadler fliegt bis nach Weißrussland
Noch nie flog ein in Österreich besenderter Seeadler so weit in den Osten Europas – Flugdaten dienen Forschung und besserem Schutz der bedrohten Greifvögel – Seeadler-Ausstellung im schlossORTH Nationalpark-Zentrum
Wien, Orth/Donau, 07.10.2020 – Vier junge Seeadler wurden heuer im Rahmen des langjährigen Forschungs- und Schutzprojekts der Naturschutzorganisation WWF Österreich im Nationalpark Donau-Auen besendert. Sie haben die Horste im Sommer verlassen. Jetzt liegen erste Daten zu ihren Streifzügen vor. Seeadler Davina flog bis nach Weißrussland – ein neuer Rekord. „Eine so weite Reise österreichischer Jungadler in den Osten Europas konnten wir bisher noch nie dokumentieren. Das unterstreicht die Wichtigkeit länderübergreifender Schutzmaßnahmen, ohne die es die Tiere nicht mehr in ihre ursprüngliche Heimat zurückschaffen, um selbst für Nachwuchs zu sorgen“, erklärt WWF-Seeadlerexperte Christian Pichler.
Zwei weibliche und zwei männliche Jungadler wurden im Frühling von Experten behutsam mit Sendern ausgestattet, um neue Daten für das erfolgreiche Kooperationsprojekt des WWF Österreich und Nationalpark Donau-Auen zu liefern. Davina, Diane, Dante und Darius – diese Namen wurden ihnen mittels Facebook-Voting von Seeadlerfans gegeben. Diane verlor ihren Sender noch im Juni. Die drei anderen Greifvögel liefern seit ihrem Ausfliegen laufend Informationen über den aktuellen Aufenthaltsort via GPS. Dante zieht bislang in der Region Wien-Bratislava und im Waldviertel seine Kreise. Darius flog bereits bis nach Tschechien. Davina stellt mit ihrem weiten Streifzug bis nach Weißrussland einen neuen Osteuroparekord aller bisher im Projekt besenderten Seeadler auf.
„Neben den Fachleuten im Schutzprojekt werden auch unsere Gäste im schlossORTH Nationalpark-Zentrum die spannenden Flugrouten von Davina, Dante und Darius virtuell nachverfolgen können“, freut sich Nationalparkdirektorin Edith Klauser. Denn die Seeadlerausstellung im Aussichtsturm des Ausflugsziels wird 2021 um aktuelle Informationen der heuer besenderten Jungtiere ergänzt. Das Flugverhalten der Nationalpark-Adler ist dort via digitaler Europakarte abrufbar.
Flugdaten für Forschung und besseren Schutz
Die Besenderung der Jungadler liefert wichtige Erkenntnisse über ihre Flugrouten und Lebensräume nach dem Verlassen der Elternreviere, in die sie meist nach vier bis fünf Jahren zurückkehren, um selbst zu brüten. „Auf Basis der Senderdaten können wir die internationale Zusammenarbeit im Seeadlerschutz laufend optimieren. Todesfälle sind so rasch nachvollziehbar und besser zu verhindern. Denn trotz alljährlicher Bruterfolge stellen illegale Verfolgung durch Abschüsse und Vergiftungen oder Kollisionen mit Windrädern die größten Bedrohungen für die langsam wachsende, streng geschützte Population dar“, sagt Pichler.
Hintergrund
Der Seeadler gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 230 cm zu den größten Adlern Europas. Nach seiner Ausrottung war er jahrzehntelang aus unseren Breiten verschwunden. Gesamteuropäische Schutzbemühungen führen seit 2001 zu seiner erfolgreichen Rückkehr. Österreich bietet aktuell etwa 35 bis 40 Seeadler-Brutpaaren geeigneten Lebensraum. Im Nationalpark Donau-Auen haben in der Saison 2020 fünf Brutpaare insgesamt sechs Jungvögel großgezogen.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
+43 676 83 488 276
florian.kozak@wwf.at
Mag.a Erika Dorn
Pressesprecherin Nationalpark Donau-Auen
+43 2212 34 50 26
e.dorn@donauauen.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Good News: Nachwuchs in Inas ausgewilderter Bison-Herde
Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF: Vorarlberg schwächt Naturschutz und Rechtssicherheit
Scharfe Kritik zum Begutachtungsende: Kontrollrechte bei Großprojekten fallen weg – Naturschutzanwaltschaft an 20 Stellen beschnitten – Schutzstreifen an naturnahen Ufern auf fünf Meter reduziert
WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs
Namlosbach: WWF kritisiert irreführende Aussagen der E-Werke Reutte
Massiver Eingriff in geschützten Bach wird als ökologisch unbedenklich dargestellt – WWF kritisiert Schönfärberei und fordert Projektstopp










