Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Schwarze Sulm: Berlakovich erspart Österreich vorerst Millionenstrafe
Wien, am 15. Oktober 2013 – WWF und GLOBAL 2000 freuen sich, dass die drohende Zerstörung der Schwarzen Sulm durch die Amtsbeschwerde von Umweltminister Nikolaus Berlakovich vorerst abgewendet werden konnte. "Niki, du warst hier wirklich leiwand!", sagt Reinhard Uhrig von GLOBAL 2000 in Anspielung auf das Banner eines Aktivisten, der vor zwei Wochen mit den Worten "Niki, sei amoi leiwand" den Minister aufgefordert hatte, in Sachen Sulm tätig zu werden. Auch der WWF nimmt die beherzte Entscheidung des Umweltministers mit großer Erleichterung auf: „Auch wenn wir nicht grundsätzlich gegen Wasserkraft eintreten ist klar, dass die letzten wenigen natürlichen und naturnahen Flüsse Österreichs erhalten bleiben müssen! Die Sulm ist solch ein Flussheiligtum, das für die energiewirtschaftliche Nutzung einfach tabu sein muss“, erklärt WWF-Flussexperte Christoph Walder.
Hier gehe es außerdem um die rechtmäßige Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, so die Umweltorganisationen. Mit seiner Entscheidung setzt Nikolaus Berlakovich die Vorgänge um die Schwarze Sulm wieder ins rechte Licht, indem er klar stellt, dass sich alle Behörden an die gesetzeskonformen Genehmigungsprozesse nach dem Wasserrecht zu halten haben. „Wenn sogar eine EU-Beschwerde in Sachen Sulm läuft, dann ist klar, dass ein Umweltminister nur so und nicht anders reagieren kann“, lobt Walder die Vorgangsweise Berlakovichs.
Nächster Schritt: Wasserrechtsbescheid verliert Gültigkeit
Nun ist der Österreichische Verwaltungsgerichtshof am Zug, so rasch wie möglich aufschiebenden Rechtsschutz zu verhängen. Sobald der VwGH festgestellt hat, dass die wasserrechtliche Bewilligung für das Sulmkraftwerk rechtswidrig ist, steht das Verfahren. „Nun müssen alle Bau- und Vorbereitungsarbeiten für das Kraftwerk eingestellt werden, bis der Verwaltungsgerichtshof über die Beschwerde entschieden hat und bis das Europäische Vertragsverletzungsverfahren durchgeführt worden ist“, sind sich WWF und GLOBAL 2000 einig.
9.000 Österreicherinnen und Österreicher haben Umweltminister Berlakovich für seine Entscheidung den Rücken gestärkt. Innerhalb weniger Wochen sprachen sie sich mit ihrer Unterschrift für die Rettung der Schwarzen Sulm aus. Die Petition wird noch heute Nachmittag von Vertretern des WWF und GLOBAL 2000 an Nikolaus Berlakovich übergeben.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald
WWF kritisiert Spritpreis-Populismus der Bundesregierung
Umweltschutzorganisation fordert Sofortmaßnahmen für klimafreundliche Mobilität und schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas: Klimaticket vergünstigen, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Strukturreformen beschließen
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen
Naturschauspiel: Monarchfalter wandern 4.000 Kilometer in den Süden – Schmetterlingsmigration trotzt Herausforderungen, aber Lage weiterhin fragil
Good News: Nestor ist ältester bekannter Seeadler in Österreich
Ein Wiedersehen der besonderen Art gab es kürzlich im Burgenland: Der Seeadler „Nestor“ wurde 15 Jahre nach seiner Beringung durch den WWF erneut gesichtet. Er gilt hierzulande als ältester bekannter Seeadler.
WWF: Renaturierungs-Atlas zu Flüssen zeigt Fortschritte in ganz Österreich, Lücken in Tirol
Neue Onlinekarte zeigt erstmals Weg zu EU-Renaturierungszielen – Insgesamt sollen über 2.500 Kilometer Flüsse renaturiert werden – Tirol mit Defiziten im Bundesländer-Check
WWF-Seeadler „Nestor“ lebt: Ältester bekannter Seeadler Österreichs gesichtet
15 Jahre alter Seeadler im Burgenland nachgewiesen – WWF fordert besseren Schutz für das Wappentier – illegale Verfolgung als große Gefahr
WWF legt 5-Punkte-Paket gegen fossile Preisfalle vor
Fossile Energiekosten senken, Subventionen umleiten, Natur schützen – WWF und Klimaforscher Huppmann fordern Reformen gegen hohe Energiepreise und steigende Klimarisiken
Neue Leitung des Presseteams beim WWF Österreich
Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation












