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Trockenheit in Österreich: BOKU-Studie zeigt Wirkung natürlicher Schutzmaßnahmen
Naturbasierte Lösungen können wesentlich dazu beitragen, mehr Wasser im Boden zu halten, Dürre-Risiken zu senken sowie landwirtschaftliche Erträge zu sichern. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF erstellt worden ist. „Gezielte Wasserrückhaltemaßnahmen erhöhen die Resilienz der Landschaft deutlich. Besonders in trockenen Regionen sind sie ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung des Wasserhaushalts“, sagt Projektleiterin Bano Mehdi-Schulz vom BOKU-Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft.
Die Studie analysierte mithilfe eines hydrologischen Modells ein rund 1.500 Quadratkilometer großes Teileinzugsgebiet der March im Weinviertel, eines der trockenheitsanfälligsten Gebiete Österreichs. Verschiedene Maßnahmenpakete wurden untersucht: einerseits am Feld, wie Direktsaat oder Winterbegrünung, und andererseits in der Landschaft, wie die Wiederherstellung von Grünland und Feuchtgebieten, Gewässerrandstreifen oder Biberdämme. Eine Modellierung zeigt, dass das Wasser durch diese Maßnahmen nachweisbar länger in der Landschaft festgehalten wird. Sie reduzieren Hochwasser-Spitzen, helfen in regenarmen Niedrigwasserphasen und stabilisieren den gesamten Wasserhaushalt.
„Naturschutz-Maßnahmen wirken in der Landschaft wie ein natürlicher Schwamm. Sie speichern Wasser in nassen Zeiten und geben es in Trockenphasen verzögert wieder ab“, sagt WWF-Experte Jurrien Westerhof. „Die Sommer werden immer heißer und trockener, und wenn es regnet, dann oft in Form von Starkregen. Dieses Wasser wird in der modernen Agrarlandschaft oft aber kaum gespeichert, sondern fließt schnell ab – und führt flussabwärts mitunter zu Überflutungen. Daher sollte die Politik natürlichen Schutzmaßnahmen deutlich mehr Priorität geben als bisher. Sie können ein grünes Sicherheitsnetz für Österreich bilden“, sagt Westerhof. Ein wichtiger Hebel dafür sei zum Beispiel eine ambitionierte Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung.
Auch gezielte landwirtschaftliche Maßnahmen tragen laut Studie zur Wasserspeicherung bei. Dazu zählen etwa Direktsaat, angepasste Bodenbearbeitung und Winterbegrünung. Diese erhöhen den Bodenwassergehalt und verbessern die Wasserspeicherung, wodurch die Landwirtschaft direkt profitiert. „Damit kann die Landwirtschaft selbst Teil der Lösung werden. Höhere Erträge und mehr Wassersicherheit gehen dabei Hand in Hand“, sagt BOKU-Projektleiterin Mehdi-Schulz. Die beste Wirkung sei zu erzielen, wenn mehrere natürliche Wasserspeicher-Maßnahmen miteinander kombiniert und standortangepasst umgesetzt werden. „Naturbasierte Lösungen sind echte Win-Win-Maßnahmen“, betont Mehdi-Schulz: „Sie helfen nicht nur, den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, sondern verbessern auch den Bodenwassergehalt.“
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