September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
VCÖ und WWF: Mehr als 17.500 Hasen pro Jahr wurden zuletzt Opfer des Straßenverkehrs
Der Straßenverkehr ist auch für viele Tiere gefährlich. Pro Jahr wurden zuletzt mehr als 17.500 Hasen und rund 41.500 Rehe in Österreich von Kfz niedergefahren und getötet, machen VCÖ und WWF aufmerksam. Der hohe Bodenverbrauch und das dichte Straßennetz schränken den Lebensraum der Tiere ein. VCÖ und WWF fordern daher eine deutliche Reduktion des Flächenverbrauchs sowie einen Stopp der Zersiedelung.
Rund 128.000 Kilometer Straßen gibt es in Österreich – sie zerschneiden den Lebensraum von Tieren. „Das Überqueren der Straßen ist für Tiere lebensgefährlich. Je mehr Autos und Lastwagen fahren und je höher deren Tempo, umso größer das Risiko für Tiere unter die Räder zu kommen“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. So ist der Aktionsraum eines Feldhasen rund 20 Quadratkilometer groß. Derzeit sind viele Hasen unterwegs, es ist Paarungszeit. Gelingt es, die Verkehrsbelastung zu reduzieren, profitieren die Anrainerinnen und Anrainer und auch die heimische Tierwelt.
Allein seit dem Jahr 2010 haben die Verkehrsflächen in Österreich um über 70 Quadratkilometer zugenommen, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. Das ist größer als die gesamte Fläche der Stadt Salzburg. “Das dichte Straßennetz zerschneidet den Lebensraum von Hasen und anderen Wildtieren. In den vergangenen zehn Jahren wurde täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut. Wir brauchen daher auch bei großen Verkehrsprojekten ein Umdenken”, fordert Simon Pories, Bodenschutz-Sprecher des WWF Österreich. Ein österreichweiter Bodenschutz-Vertrag soll den massiven Flächenverbrauch verbindlich in die Schranken weisen. “Neben einer Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems braucht es auch eine große Naturschutz-Offensive, um die Artenvielfalt zu erhalten”, betont Simon Pories.
Ein Treiber des massiven Flächenverbrauchs ist auch die Zersiedelung. Supermärkte, Betriebsanlagen oder Wohnsiedlungen außerhalb der Orte verbrauchen enorme Bodenflächen – dazu kommen Zufahrtsstraßen und Parkplätze. VCÖ und WWF fordern daher einen Stopp der weiteren Zersiedelung und die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung. “Österreich hat bereits ein dicht ausgebautes Straßennetz. Angesichts der zunehmenden Klima- und Biodiversitätskrise ist ein weiterer Ausbau nicht mehr gerechtfertigt”, betonen VCÖ und WWF.
Zuletzt wurden 41.500 Rehe pro Jahr Opfer des Straßenverkehrs sowie über 17.500 Hasen, davon allein 7.735 in Niederösterreich. Zusätzlich werden noch mehr als 13.000 weitere in der freien Wildbahn lebende Tiere, wie Fasane, Füchse oder Dachse, niedergefahren und tödlich verletzt.
VCÖ und WWF setzen sich für einen sorgsameren Umgang mit der Natur ein. „Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, erinnern WWF-Experte Pories und VCÖ-Sprecher Gratzer.
Rehe und Hasen sind die häufigsten Opfer des Straßenverkehrs
(Anzahl durch Kfz-Verkehr getötete Tiere im Jagdjahr 2021/2022)
Rehe : 41.508
Hasen und Kaninchen: 17.678
Fasane: 5.115
Füchse: 2.851
Marder: 1.631
Dachse: 1.316
Sonstige Wildtiere: 3.557
Summe: 72.340
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023
Die meisten Feldhasen werden in Niederösterreich Opfer des Kfz-Verkehrs
(Anzahl durch Kfz-Verkehr getötete Hasen und Wildkaninchen im Jagdjahr 2021/2022)
Österreich: 17.678
Niederösterreich: 7.735
Oberösterreich: 4.432
Steiermark: 2.262
Burgenland: 2.195
Salzburg: 444
Kärnten: 542
Wien: 62
Vorarlberg: 6
Tirol: 0
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023
News
Aktuelle Beiträge
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen







