2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
Welt-Artenschutztag: WWF fordert Rettungspaket für die Natur
Anlässlich des weltweiten Artenschutz-Tages am 3. März fordert die Naturschutzorganisation WWF Österreich schärfere Maßnahmen gegen den hohen Bodenverbrauch. „Die Zerstörung wertvoller Natur ist einer der massivsten Treiber der Biodiversitätskrise. Acht von zehn EU-rechtlich geschützten Arten und Lebensräumen sind in keinem guten Zustand. Daher braucht es dringend ein Rettungspaket“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Besonders wichtig sei ein umfassender Bodenschutz-Vertrag mit wirksamen Maßnahmen gegen den Flächenfraß: von einer verbindlichen Obergrenze über neue Naturschutzgebiete bis zur Ökologisierung der Raumordnung. „Seit über 20 Jahren verspricht uns die Politik eine Reduktion des Bodenverbrauchs auf 2,5 Hektar pro Tag. Derzeit liegt Österreich aber bei 11,3 Hektar und damit um mehr als das Vierfache über dem offiziellen Nachhaltigkeitsziel“, kritisiert Pories.
Hoher Flächenfraß mit Folgen
Nur noch rund sieben Prozent der österreichischen Landschaft sind weitgehend frei von menschlichen Eingriffen und nur noch 14 Prozent der heimischen Flüsse können frei fließen. Mehr als 90 Prozent der ursprünglichen heimischen Moorfläche sind bereits zerstört worden. „Trotz vieler Warnungen wird weiterhin landauf, landab rücksichtslos verbaut. Immer mehr produktive Böden verschwinden unter neuen Straßen, Logistikzentren und Chalet-Dörfern. Daher muss der aktive Bodenschutz politisch endlich ernst genommen werden“, fordert Simon Pories.
Zusätzlich fordert der WWF massive Investitionen in die Wiederherstellung bereits zerstörter Lebensräume. „Österreich muss sich unbedingt für ein starkes EU-Renaturierungsgesetz einsetzen. Nur so können wir gefährdete Arten in Feuchtgebieten, Flüssen, Mooren und Wäldern vor dem Aussterben bewahren“, erklärt Simon Pories vom WWF. Darüber hinaus sollen laut EU-Zielen bis 2030 zehn Prozent der Staatsfläche als streng geschützte Gebiete ausgewiesen werden. Mit einem Anteil von weniger als drei Prozent liegt Österreich derzeit aber weit darunter. „Auch hier braucht es deutlich mehr Tempo, damit Österreich endlich von seiner Rolle als Nachzügler beim Artenschutz wegkommt“, fordert Pories.
Verbraucht und versiegelt
Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als den Verlust biologisch produktiver Böden durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen. Fast 60 Prozent davon sind zuletzt versiegelt worden, also mit einer wasserundurchlässigen Schicht überzogen.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.










