Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Anlässlich des Welttags der Ozeane am 8. Juni fordert der WWF eine Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer. Der Anteil geschützter Meeresflächen solle von derzeit rund 10 auf mindestens 30 Prozent bis 2030 steigen. „Rund 90 Prozent des Mittelmeers sind derzeit nicht geschützt. Das steht in keinem Verhältnis zur ökologischen Bedeutung dieser einzigartigen Meeresregion“, sagt WWF-Expertin Simone Niedermüller.
Obwohl das Mittelmeer nur rund ein Prozent der globalen Meeresfläche ausmacht, beherbergt es fast 20 Prozent aller bekannten Meeresarten, berichtet der WWF. Zugleich gehört es zu den am stärksten belasteten Meeresregionen der Erde. „Überfischung, Beifang, Plastikverschmutzung, intensive Schifffahrt und die Folgen der Klimakrise setzen viele Arten und Lebensräume zunehmend unter Druck“, warnt Niedermüller.
Besonders deutlich wird die Krise des Mittelmeers laut WWF bei Haien und Rochen. Mehr als jede zweite Hai- und Rochenart im Mittelmeer ist bereits gefährdet. „Sie spielen eine wichtige Rolle für das marine Gleichgewicht und im Kampf gegen zunehmende invasive Arten. Wir müssen sie dringend besser vor Überfischung schützen“, sagt Niedermüller. Haie und Rochen profitieren besonders von Schutzgebieten als Rückzugsräumen, in denen sie sich ungestört aufhalten und fortpflanzen können. Konkret fordert der WWF daher etwa ein neues Schutzgebiet in der oberen Adria, wo sich nachweislich noch seltene Engelhaie aufhalten.
Auch Wale, Delfine und Mönchsrobben leiden unter der zunehmenden Belastung des Mittelmeers. Besonders problematisch ist die intensive Schifffahrt. Schutzgebiete entlang wichtiger Wanderrouten können Kollisionen verhindern und den Beifang reduzieren. „Schiffskollisionen sind eine der größten Bedrohungen für Pott- und Finnwale im Mittelmeer. Eine verpflichtende Reduktion der Geschwindigkeit gibt Walen mehr Zeit zum Ausweichen”, sagt Niedermüller.
WWF drängt auf rasche Umsetzung des UN-Hochseeabkommens
Als nächsten Schritt fordert der WWF alle Mittelmeer-Anrainerstaaten auf, das im Jänner beschlossene UN-Abkommen zum Schutz der hohen See (BBNJ) zu unterzeichnen, zu ratifizieren und seine Umsetzung aktiv mitzugestalten. Denn laut einem neuen WWF-Report könnte das Abkommen eine Schlüsselrolle für den langfristigen Schutz des Mittelmeers spielen. „Gerade für das Mittelmeer, eine ökologisch eng vernetzte und zugleich politisch komplexe Region, liefert das Abkommen den praktischen Rahmen, um die Zusammenarbeit zu verbessern, Gesetzeslücken zu schließen und ambitionierte Ziele in konkretes Handeln zu übersetzen”, sagt WWF-Expertin Simone Niedermüller. Österreich hat das Abkommen im März 2026 ratifiziert.
Pressefotos von WWF-Expertin Simone Niedermüller sowie Bilder von Haien, Walen und Delfinen hier.
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