Umweltschutzorganisation nennt drei Messlatten für die COP31: Fossilausstieg, Entwaldungsstopp und Abbau fossiler Subventionen – WWF fordert Umsetzung auch in Österreich
Wieder zurück aus Afrika: Der erste Storch ist in Marchegg gelandet
Presseaussendung
Wien/Marchegg, am 17. März 2016 – Kurz vor Frühlingsbeginn landete heute der erste Storch im WWF-Reservat Marchauen in Niederösterreich. Der Vorbote der Marchegger Weißstorchkolonie wählte den Storchenhorst auf dem Heimatmuseum in der Schlossanlage. „Innerhalb der nächsten beiden Wochen werden die übrigen Störche nach und nach im Schutzgebiet eintreffen, ihre riesigen Nester einem Frühjahrputz unterziehen und weiter ausbauen“, freut sich Marion Schindlauer vom Storchenhaus Marchegg über den Auftakt der diesjährigen Weißstorchsaison.
Schutzgebiete wie das Natura 2000 – Gebiet March-Thaya-Auen sind für das Überleben seltener bedrohter Arten enorm wichtig. „Dass der Weißstorch in Österreich und den Nachbarstaaten noch nicht ausgestorben ist, ist vor allem der strengen EU-Gesetzgebung zu verdanken“, erklärt Schindlauer. Die Vogelschutzrichtlinie der EU stellt sicher, dass die Mitgliedsstaaten der Union Artenschutzmaßnahmen für bedrohte Vogelarten wie den Weißstorch durchführen sowie länderübergreifende Schutzgebiete ausweisen, wo er langfristig überleben kann.
Nach und nach werden die Störche nun wieder ihre riesigen Baumhorste in den alten Eichen beim Schloss Marchegg beziehen. Dann stehen erst mal „Renovierungsarbeiten“ an den Horsten an, bevor mit dem Balzen begonnen wird. Danach geht es ans Brutgeschäft. „2015 haben in den Unteren Marchauen 40 Storchenpaare 105 Junge großgezogen“, bilanziert Marion Schindlauer vom Storchenhaus Marchegg äußerst positiv. Meister Adebar hat damit den besten Bruterfolg seit vier Jahren erzielt. Das gute Ergebnis des letzten Jahres ist auf den milden Winter zurückzuführen. Dadurch konnten sich Mäuse, welche neben Fröschen eine wichtige Nahrungsgrundlage sind, zahlreich vermehren. „Besonders bemerkenswert war, dass es acht Marchegger Paare geschafft haben, jeweils vier Junge großzuziehen – eine beachtliche Leistung der Eltern!“, so Schindlauer.
Dank der jährlichen Überschwemmungen findet Meister Adebar auf den Auwiesen und in den Tümpeln Nahrung im Überfluss. Insekten, Frösche, Krebse und kleine Fische tummeln sich in der Au dies und jenseits der March, die die Staatsgrenze bildet. „Das Natura 2000-Netzwerk sichert die Lebensgrundlage für die Weiß- und Schwarzstörche grenzüberschreitend. Zwar brüten sie in den alten Eichen auf Österreichischer Seite der March, aber ihre Nahrung finden Sie auch auf den Wiesen auf der slowakischen Seite“, erklärt Schindlauer.
Für die weit umherziehenden Störche ist es notwendig, dass ihre Lebensräume nicht nur in Österreich, sondern im gesamten EU-Raum unter Schutz stehen. Nur wenn es genügend feuchte Wiesen gibt, wo der Storch seine Nahrung findet und er geeignete Nistbäume in wasserreichen Lebensräumen wie Flussauen vorfindet, haben die Stelzvögel eine Überlebenschance. Deshalb ist es wichtig, dass die effiziente europäische Naturschutzgesetzgebung nicht aufgeweicht wird.
Mit dem Frühlingsbeginn öffnet auch das Storchenhaus im Schlosspark Marchegg wieder seine Pforten. Über das Jahr verteilt werden spannende Exkursionen in die Au angeboten und über andere attraktive regionale Ausflugsziele und Tourismusangebote informiert. Im angeschlossenen Shop sind Bio- und regionale Produkte erhältlich.
Infos zum Angebot des Storchenhauses: www.wwf.at/storchenhaus
Über das Schutzgebiete-Netzwerk Natura 2000: https://www.wwf.at/natura2000
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF schlägt Alarm: EU-Kommission setzt Natur- und Artenschutz aufs Spiel
EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen













