Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
WWF ab heute mit Tiger-Ausstellung in Oberösterreich
Linz, 29. April 2013 – Der WWF schlägt Alarm: Noch vor 100 Jahren gab es mehr als 100.000 Tiger in Asien. Allein seit den 80er-Jahren hat sich die Zahl der wild lebenden Tiger halbiert. Heute leben noch etwa 3.200 Tiger in freier Wildbahn in 13 Staaten Asiens. Von ehemals neun Unterarten gelten heute vier praktisch als ausgestorben. Der WWF hat sich zum Ziel gesetzt die Zahl der Tiger in den kommenden zehn Jahren auf mehr als 6.000 zu verdoppeln. Auch der WWF Österreich ist Teil dieser weltweiten Initiative. Eine neue Ausstellung über die letzten wild lebenden Tiger unseres Planeten wird mit Ausstellungstafeln und zum Teil echten Exponaten am 29. und 30. April in Linz, am 2. und 31. Mai in Gmunden sowie am 3. und 4. Juni in Steyr zu sehen und frei zugänglich sein. Die Ausstellung zeigt auch den Einsatz des WWF Österreich an der thailändisch-burmesischen Grenze zum Schutz des Indochinesischen Tigers. Von dieser Unterart leben noch weniger als 350 Exemplare in freier Wildbahn, 200 davon in Thailand. „Mit dieser Ausstellung möchten wir den Menschen in Oberösterreich die Welt der Tiger und ihre Probleme näher bringen. Ohne unsere Hilfe sind sie zum Aussterben verdammt“, so WWF-Sprecher Franko Petri.
Wilderei, der Verlust ihres Lebensraums, Landwirtschaft und Infrastrukturprojekte sowie der illegale Handel mit Tigerteilen haben den Tiger an den Rand der Ausrottung gebracht. 2010 vereinbarten auf Initiative des WWF die zuständigen Minister von 13 asiatischen Staaten auf dem Tigergipfel in St. Petersburg die Zahl der wild lebenden Tiger bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln. Für den WWF hat die Rettung des Tigers zentrale Bedeutung, da mit ihrem Lebensraum gleichzeitig auch wertvolle Ökosysteme und damit auch das Klima geschützt werden. Die Umweltorganisation arbeitet in den Tiger-Staaten eng mit seinen Partnern, den Behörden, Nationalparks und auch mit Armee und Polizei zusammen. In Russland konnte in den letzten Jahren der Bestand des Sibirischen Tigers bereits deutlich von 30 auf 360 Tiere erhöht werden.
„Der WWF Österreich wird sich bei seinen Projekten mit österreichischen Spendengeldern für die Bestandssicherung des Indochinesischen Tigers in Thailand einsetzen“, so Petri. Dazu werden mehrere wissenschaftliche Projekte zur Beobachtung der Tiger und ihrer Beutetiere durchgeführt. Hunderte von Rangern werden ausgebildet und gemeinsame Patrouillen mit WWF-Experten in den Trockenwäldern zwischen Burma und Thailand schützen vor den Wilderern. Die WWF-Experten besuchen auch Hunderte von Schulen und Dörfern um die Menschen von der Erhaltung ihrer Natur zu überzeugen. Zahlreiche Infrastrukturprojekte wie ein Damm im Mae Wong Nationalpark und eine achtspurige Straße durch das Tigergebiet vom Dawei-Seehafen in Myanmar bedrohen das Überleben der Tiger und ihrer Beutetiere. Der WWF Österreich bringt sein Fachwissen zur Landschaftsplanung ein, um die Auswirkungen auf die Tierwelt so gering wie möglich zu halten.
Die WWF-Tigerausstellung umfasst ein Zelt und Ausstellungstafeln mit vielen Informationen über die Verbreitung der Tiger in Asien und deren Bedrohungen. Weiters sind Geräte, die die Ranger bei ihrer Arbeit verwenden, zu sehen, sowie Replika von Tigerteilen, Unterrichtsmaterialien und vom Zoll beschlagnahmte Pflaster mit zermahlenen Tigerknochen, wie sie illegal in Asien gehandelt werden. Die Ausstellung wird bis Mitte Juni in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Eisenstadt, St. Pölten, Bregenz und auch in anderen Städten zu sehen sein.
Termine und Standplätze in Oberösterreich (jeweils von 10 bis 17 Uhr):
29./30. April: Linz, Schillerpark
2./31. Mai: Gmunden, Rathausplatz
3./4. Juni: Steyr, Stadtplatz 14
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Sprecher Tigerkampagne WWF, Tel. 01-48817-231 ; E-mail: franko.petri@wwf.at. Tour-Plan und Pressefotos zur Ansicht auf www.wwf.at/presse und hochaufgelöst auf Anfrage bei Manuela Janosch, E-Mail presse@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Rund 24 Kilometer von Fugnitz und Fellingbach sollen für Fische wieder durchgängig werden: WWF-Projekt stärkt wertvolle Lebensräume im Thayatal
Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans
Feuer und Rauch bedrohen Menschenaffen – Zerstörte Wälder verschärfen Nahrungsmangel – Regierungen sollen bei Weltnaturkonferenz Mittel für Rettung und Waldschutz zusagen
Bagger am Pitztaler Gletscher: WWF fordert strengeren Gletscherschutz
Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
Good News: Finn ist neuer WWF-Naturschutzhund
Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen












